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GdP Berlin: Hohen Krankenstand bei Polizistinnen und Polizisten sowie Feuerwehr als Weckruf zum Handeln begreifen

- Arbeitsbedingungen müssen auf den Prüfstand

Berlin.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zeigt sich wenig überrascht, dass knapp 1.000 Polizisten berufsunfähig und gut 100 von 4.000 Feuerwehrbeamten dauerhaft krank sind. Die Zahlen gehen aus der Antwort auf eine Anfrage des SPD-Politikers Schreiber an Innenstaatssekretär Krömer hervor. GdP-Landesbezirksvorsitzende Kerstin Philipp sagte dazu am Freitag: "Wir wundern uns nicht über den hohen Krankenstand angesichts der Dauerbelastungen, denen die Polizistinnen und Polizisten sowie Feuerwehrleute ausgesetzt sind. Im Gegenteil: Ich möchte gar nicht wissen, wie hoch die Dunkelziffer ist, wie viele Kolleginnen und Kollegen wirklich krank sind oder sich nicht 100 Prozent fit zur Arbeit schleppen. Wir müssen die Arbeitsbedingungen schnellstens den täglich noch weiter steigenden Anforderungen anpassen!"

Damit meine sie nicht nur, dass die Arbeit auf mehr Schultern verteilt werden müsse – also den immer wiederkehrenden Appell an den Senat, mehr Personal einzustellen. "Nein, ich meine auch, dass der Dienstherr darauf achten muss, dass die arbeitszeitrechtlichen Höchstgrenzen von zwölf Stunden eingehalten werden. Andere Bundesländer können das ja auch, wie das Beispiel Einsatz Gerhart-Hauptmann-Schule gezeigt hat. Dort wurden die eingesetzten Kräfte nach zwölf Stunden abgezogen. Unsere nicht. Unsere Hundertschaften durften im Schnitt bis zu 70 Stunden in der Woche arbeiten", sagte Philipp.

Viele Polizistinnen/Polizisten und Feuerwehrleute beklagten, so die Gewerkschafterin weiter, dass sie sich keine Familie mehr leisten könnten, weil er/sie keine Zeit mehr für die Angehörigen habe. Gleiches gelte für Freundschaften, die an ständigen, kurzfristigen Absagen kaputt gingen. "Auch das macht krank: Wenn das soziale Umfeld wegbricht und man nirgendwo mehr Rückhalt hat."