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Polizeipräsident Kandt präsentiert Verkehrsunfallstatistik 2015

GdP Berlin: Weniger Personal – weniger Kontrollen – mehr Unfälle

Berlin.

Die Zahl der Verkehrsunfälle steigt weiter. 2648 mal pro Woche kracht es auf den Straßen, 377 Mal am Tag. Das sind so viele Unfälle wie zuletzt 2001 und die Zahlen werden weiter steigen, weil der Polizei Personal fehlt, um nachhaltig für Sicherheit auf den Straßen zu sorgen.

Rücksichtsloses Verhalten im Straßenverkehr wächst

„Es ist erfreulich, dass die durch Alkohol und Raserei bedingten Unfälle weniger geworden sind. Gerade die Ergebnisse an den stationären Anlagen zeigen aber deutlich, wie rücksichtslos sich im Straßenverkehr verhalten wird und wie oft die Verkehrsregeln missachtet werden“, resümiert GdP-Landesvorsitzende Kerstin Philipp. Allein an diesen Anlagen wurden mehr als 270.000 Geschwindigkeits- und mehr als 30.000 Rotlichtverstöße registriert.

Die Zentralisierung wird die Polizeipräsenz weiter schwächen

„Das ist das Resultat mangelnder Polizeipräsenz auf den Straßen, was einmal mehr zeigt, dass wir in allen Bereichen mehr Personal benötigen, um für tägliche Sicherheit zu sorgen“, so Philipp. Der Personalmangel bei der Polizei sowie die Aufgabenintensivierung haben nochmals zu einem weiteren Rückgang von notwendigen Kontrollmaßnahmen geführt. Die Zentralisierung der Verkehrsdienste bei der Polizei Berlin wird zu einem weiteren Rückgang der Einsatzzahlen, insbesondere in den Außenbezirken, führen.

Mehr Personal für mehr Sicherheit auf den Straßen

„Es wird sich zeigen, wie lange sich diese Statistiken noch bewusst aufhübschen lassen, ehe etwas passiert“, sagt Philipp. Die Kollegen der Verkehrsdienste und Abschnitte berichten von einem enormen Zielerfüllungsdruck, beispielsweise beim Reduzieren von Abbiege-Fehlern. In der Statistik werden viele Fahrer erfasst, die ihr Fahrzeug an einem Stopp-Schild nicht zum Stillstand bringen. Hierbei handelt es sich um schnell erbrachte Statistikzahlen, deren Erfassung weniger Personal verlangt, die jedoch andere Abbiege-Fehler unbeachtet lassen. „Wir fordern, dass sich die Behördenleitung nicht mehr selbst in die Tasche lügt und erzählt, wir würden die Prävention intensivieren. Würde man die tatsächlichen Zahlen und eine wahrhaftige Bestandsaufnahme offenlegen, könnte jeder sehen, dass wir viel mehr Personal benötigen, um präventiv agieren zu können, um die Unfallzahlen zu reduzieren und für mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu sorgen“, sagt Philipp.