Zum Inhalt wechseln

Gesundheit der Polizistinnen und Polizisten steht sehr wohl in Relation zum Kostenfaktor

GdP Berlin appelliert an Fraktionen im Abgeordnetenhaus: Alle Polizeifahrzeuge mit Splitterfolie ausstatten!

Berlin.

Nach einem erneuten Vorfall am Sonntag (02.11.2014), bei dem ein Polizist im Einsatzfahrzeug durch zersplitternde Wagenscheiben im Gesicht und am Auge verletzt wurde, ruft die Gewerkschaft der Polizei (GdP) erneut nach der Ausstattung sämtlicher Polizeifahrzeuge mit Splitterschutzfolie. Da alle bisherigen Appelle ungehört verhallten, hat sich die GdP am Montag mit einem Schreiben an die im Berliner Abgeordnetenhaus vertretenen Fraktionen gewandt. Dazu GdP-Landesbezirksvorsitzende Kerstin Philipp: „Wir sehen keine andere Möglichkeit, als nunmehr direkt die Fraktionsspitzen anzusprechen, um das Geld für die zum Schutz der Kolleginnen und Kollegen benötigte Splitterschutzfolie in den Einsatzfahrzeugen einzufordern. Traurig, dass wir diesen Weg gehen müssen, aber leider wahr. Bis dato haben wir auf unser Ansinnen aus dem Stab des Polizeipräsidenten nur zu hören bekommen: Die Kosten der Anschaffung würden nicht in Relation zum Nutzen stehen.“

„Nun ist der erste Kollege verletzt“, so Kerstin Philipp weiter, „und ich sage: Das Vermeiden einer Verletzung, das Vermeiden von gesundheitlichen Schäden bei Polizistinnen und Polizisten ist Nutzen in Reinkultur! Wir brauchen jetzt schnellstens eine politische Entscheidung!“

Die Ausrüstung eines Autos mit Splitterschutzfolie kostet gut 1000 Euro. Zwar hält Splitterschutzfolie beispielsweise nur ein bis zwei Steinwürfe aus – das ist jedoch genau die Zeit, die die Polizistinnen und Polizisten benötigen, um sich in Sicherheit zu bringen. Bei einem Testlauf auf eigene Kosten hatte die Direktion 5 im Jahr 2013 bereits gute Erfahrungen mit der Folie gemacht.

Hintergrund für die erneute Forderung der GdP ist ein Angriff innerhalb eines Einsatzfahrzeuges am gestrigen Sonntag. Am 2. November 2014, gegen 00:40 Uhr, hatten Einsatzkräfte in der Herbststraße einen mutmaßlich angetrunkenen Fahrzeugführer vorläufig festgenommen. Dieser randalierte im Einsatzwagen, trat von innen gegen die Scheibe des Polizeidienstfahrzeuges und brachte diese zum Bersten. Die umherfliegenden Glassplitter verletzten einen Beamten der Polizeidirektion 3 im Gesicht und an einem Auge. Die gesundheitlichen Folgen sind gegenwärtig nicht abzuschätzen.