Zum Inhalt wechseln

Personalabgänge versus Auszubildende – Lücke nicht zu füllen

GdP Berlin fordert 3.000 neue Polizisten und Erhöhung der Ausbildungskapazitäten

Berlin.

Wie aus einer Anfrage des Abgeordneten Peter Trapp (CDU) hervorgeht, sind im vergangenen Jahr 698 Berliner Polizistinnen und Polizisten aus dem Dienst ausgeschieden, davon 278 planmäßig aufgrund bestehender Altersgrenzen und 420 außerplanmäßig. In den nächsten Jahren wird ein Anstieg dieser Zahlen erwartet. Dadurch besteht ein Personalbedarf, der sich mit den aktuellen Auszubildenden nicht decken lässt.

Auszubildende können Abgänge nicht auffangen

Um trotz vieler außerplanmäßiger Personalabgänge nicht kalt überrascht zu werden, wird jährlich eine Fluktuationsprognose erstellt, anhand derer sich eine Einstellungsplanung erarbeiten lässt. Dieser folgend werden im kommenden Jahr 730 neue Kolleginnen und Kollegen benötigt, im darauffolgenden 800 und 2019 bereits 860. Die Zahl für das laufenden Jahr liegt offiziell nicht vor, sie wird aber ähnlich hoch anzusiedeln sein. Demgegenüber stehen derzeit insgesamt 2.167 Auszubildende für den mittleren und gehobenen Dienst in drei Ausbildungsjahrgängen.

„Man braucht kein großer Rechenkünstler zu sein, um zu erkennen, dass wir es mit den neuen Polizistinnen und Polizisten nicht einmal schaffen, alle Abgänge aufzufangen. Sich da mit 1.000 neuen Stellen zu bejubeln und zukünftigen Personalzuwachs zu versprechen, ist doch blanker Hohn“, kritisiert Kerstin Philipp, Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei.

Zudem sei unklar, wie viele der Auszubildenden letztlich in den Dienst eintreten können. „Wir dürfen auch nicht vergessen, dass viele ihre Ausbildung abbrechen oder einfach an den Prüfungen scheitern. Auch, wenn die Quoten hier schwanken, muss das mit in die Prognose einfließen“, so Philipp. In den vergangenen Jahren scheiterten zwischen 15 und 23 Prozent an den Prüfungen oder brachen ihre Ausbildung ab.

3.000 neue Stellen und Ausbildungskapazitäten hochfahren

Zusätzlich wies die Landesvorsitzende darauf hin, dass die Zahl der außerplanmäßigen Abgänge in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird.

Philipp: „Krankheitsquoten, Frühpensionierungen und die Zahl der verwendungseinschränkten Kolleginnen und Kollegen steigen, je länger die Berliner Polizei aufgrund des akuten Personalmangels und wachsenden Aufgabenspektrums ein derartiges Pensum jenseits zumutbarer Belastungsgrenzen abzuspulen hat. Wir brauchen 3.000 zusätzliche Polizistinnen und Polizisten, um Entlastung zu schaffen. Nicht in zehn Jahren, sondern schnellstmöglich.“ Außerdem sei es wichtig, dafür die richtige Grundlage zu schaffen. „Wenn wir in Zukunft die Qualität unserer Polizei und damit der Sicherheit dieser Stadt gewährleisten wollen, müssen wir die Ausbildungskapazitäten massiv hochfahren“, so Philipp.