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Zahl der Diebstähle steigt immer weiter

GdP Berlin fordert mehr Polizei für die Sicherheit der Bevölkerung

Berlin.

Die Hauptstadt verzeichnet rund 730 Diebstähle am Tag, so viele wie seit zehn Jahren nicht mehr. Eine Überraschung ist das nicht. Durch den massiven Personalabbau fehlen tausende Beamtinnen und Beamte auf Berlins Straßen. Die Gewerkschaft der Polizei fordert, dem Trend endlich mit spürbar mehr Personal entgegenzutreten.

Die Bevölkerung hat ein Recht darauf, in Sicherheit zu leben

„Wir warnen seit langem vor den Folgen des jahrelangen Personalabbaus bei der Berliner Polizei. Diebe haben leichtes Spiel, wenn uns durch den entstanden Personalmangel die Leute fehlen, um auf Streife zu fahren und flächendeckend Kriminalität zu bekämpfen. Wir sollten diesen Missstand schnellstmöglich abstellen, denn die Bevölkerung hat ein Recht darauf, in Sicherheit zu leben“, mahnt Kerstin Philipp, Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei. Laut Polizeilicher Kriminalitätsstatistik (PKS) gab es im Jahr 2015 allein in der Hauptstadt 267.123 Diebstähle, der höchste Wert in den vergangenen zehn Jahren und ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nicht einmal jeder fünfte Fall wird aufgeklärt.

Jeder Diebstahl ist ein Eingriff in die Individualität des Menschen

Die Zahl der einfachen Diebstähle – Massendelikte wie Taschen- und Fahrraddiebstahl – hat um 13,2 Prozent zugenommen, Fälle so genannten schweren Diebstahls um rund sechs Prozent. „Das ist schon eine beängstigende Entwicklung. Auch, weil wir hier über viele Fälle reden, die nicht aufgeklärt werden. Das sind Eingriffe in die Individualität des Menschen und im Regelfall kann man nicht einmal darauf hoffen, sein Hab und Gut, Kreditkarten, Ausweise oder den Führerschein wiederzubekommen. Jeder weiß, was da neben dem Schrecken, den man erleidet, noch auf einen zukommt“, so Philipp.

Nur noch sechseinhalb Polizisten pro tausend Einwohner

Etwa 16.000 Stellen wurden in den vergangenen Jahren bundesweit bei der Polizei abgebaut. Auch in Berlin sind deutlich weniger Polizistinnen und Polizisten unterwegs als noch vor 18 Jahren, wie aus Untersuchungen im Auftrag der GdP hervorgeht. Seit 1998 ist die Zahl der Polizisten im Verhältnis zur Einwohnerzahl in Berlin um mehr als zwanzig Prozent (20,9 Prozent) zurückgegangen. Gemessen werden dabei so genannte Vollzeitäquivalente pro tausend Einwohner. Vollzeitäquivalente zeigen an, wie hoch die Zahl der Erwerbstätigen wäre, wenn es nur Vollzeitarbeitsplätze gäbe – die Arbeitsstunden von Teilzeitbeschäftigten werden entsprechend zusammengerechnet. Die Zahl ist von 8,22 auf tausend Einwohner (1998) auf 6,51 (2014) gesunken. Philipp: „Die Lagen sind zahlreicher und intensiver geworden, die Kriminalitätszahlen gehen weiter hoch. Das steht im krassen Gegensatz zu der Personalentwicklung. Wir brauchen spürbare Verstärkung, sonst wird Berlin immer mehr zur Stadt der Diebe.“

Um genau auf dieses Missverhältnis und die dringende Handlungsnotwendigkeit aufmerksam zu machen, hat die Gewerkschaft der Polizei bereits im vergangenen Jahr eine Kampagne gestartet. Unter dem Motto „Wir brauchen Verstärkung“ fordert die GdP deutlich mehr Anstrengungen von Bund und Ländern zur Bekämpfung der Personalnot bei der Polizei.