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400 Euro monatlich weniger für Berliner Polizeimeister, Feuerwehrleute und Verwaltungsobersekretäre im mittleren Dienst in der Besoldungsgruppe A 7

GdP-Berlin: Mehr Wertschätzung für Mittleren Dienst gefordert

Berlin.

Berliner Beamtinnen und Beamte, Polizisten, Feuerwehrleute und Verwaltungsobersekretäre in der Besoldungsgruppe A 7 arbeiten heute schon zu Beginn ihres Berufslebens für 400 Euro monatlich weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen in den Bundesbehörden und im öffentlichen Dienst der Bundesländer. Auch sind die Beförderungschancen überall in Deutschland deutlich besser als in Berlin, darüber hinaus müssen Berliner Beamtinnen und Beamte auch länger auf eine Beförderung warten.

Darauf hat der Landesbezirksvorsitzende der GdP Eberhard Schönberg Innen- und Sportsenator Dr. Körting in einem Brief hingewiesen und sofortige Besoldungsverhandlungen in Berlin gefordert.

„Die schlechte Bezahlung von Berliner Beamtinnen und Beamten wird zu einem Problem werden. Die Zahl derer, insbesondere junger Kolleginnen und Kollegen, die Berlin verlassen wollen, wird bei diesen Einkommensunterschieden ansteigen“, warnte der Berliner GdP-Vorsitzende.

„Diese Personalpolitik wird dem Land Berlin wieder viel Geld kosten“, so Schönberg weiter. „Ab 1999 hat Berlin schon einmal 2000 Polizeibeamtinnen und -beamte ausgebildet und sie dann ab 2002 bis 2004 an andere Bundesländer abgegeben. Dafür hat der Senat zu Lasten der Berliner Steuerzahler 200 Mio. Euro, 100.000 pro Auszubildenden, für Ausbildungskosten in den Sand gesetzt. Die anderen Bundesländer, insbesondere Hamburg, haben sich gefreut. Ein besseres Geschäft konnten sie gar nicht machen. Sie haben viel Geld gespart und diese Entwicklung zeichnet sich erneut ab. Die anderen Bundesländer warten nur darauf, dass Berlin diesen Fehler wiederholt“, kritisiert Schönberg die derzeitige Personalpolitik des Senats.

Er bezeichnete sie als nicht mehr nachvollziehbar. „Trotz aller Warnungen und sachgerechter Hinweise, war der Senat 2008 nicht bereit, über eine angemessene Bezahlung für Lehrerinnen und Lehrer zu verhandeln. Jetzt tun alle so, als wären sie völlig überrascht, dass Hundertschaften von Pädagogen dieser Stadt verständlicherweise den Rücken kehren wollen.“

„Und wir werden es erleben“, prognostiziert Schönberg, „dass Hundertschaften von gut ausgebildeten Polizisten, Feuerwehrleuten, Verwaltungsbeamtinnen und -beamte die Stadt verlassen und sich in andere Bundesländer mit besser bezahlten Jobs absetzen. Das ist nur noch aufzuhalten, wenn der Senat endlich bereit ist, mit dem DGB und seinen Gewerkschaften konstruktiv über die Anpassung der Einkommen aller Beschäftigten im öffentlichen Dienst des Landes Berlin, Beamtinnen und Beamte sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, an die Einkommensentwicklung im Bund und in den Bundesländern zu verhandeln.“