Zum Inhalt wechseln

Berliner Polizistinnen und Polizisten sind nicht feige!

GdP-Berlin fordert öffentliche Entschuldigung des Regierenden Bürgermeisters

Berlin.

Nach Hinweisen von GdP- Mitgliedern, dass der Regierende Bürgermeister anlässlich einer Wahlveranstaltung der SPD am Donnerstag, dem 18.08.2011, Polizisten als „feige“ bezeichnet haben soll, hat der stellvertretende Berliner GdP-Landesvorsitzende (V) Detlef Herrmann Klaus Wowereit in einem Brief gebeten, dazu Stellung zu nehmen. Der Brief wurde dem Regierenden Bürgermeister per E-Mail am Dienstag, dem 06.09.2011, um 14.09 Uhr übermittelt.

Detlef Herrmann schreibt (korrigierte Fassung – im Originaltext stand Mittwoch, 10.08.2011):

„SPD-Wahlveranstaltung am Donnerstag, dem 18.08.2011, im Linden-Center Berlin

Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister,

am Donnerstag, dem 18.08.2011, haben Sie zusammen mit Ihrem Parteivorsitzenden, Herrn Sigmar Gabriel, im Linden-Center Berlin an einer Wahlveranstaltung der SPD teilgenommen.

Der zuständige Abschnittsleiter hat zu Ihrem und dem Schutz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer drei Polizeivollzugsbeamte eingesetzt. Einer der Beamten trug ein Namens-, zwei Beamte trugen ein Nummernschild.

Sie sollen die drei Beamten mit den Worten (sinngemäß):
Einer traut sich, zwei sind feige.
angesprochen haben.

Wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie uns zeitnah mitteilen würden, ob Sie das so gesagt haben. Sollte dem so sein, fordern wir Sie auf, sich dafür bei unseren Kolleginnen und Kollegen öffentlich zu entschuldigen.

Polizeibeamtinnen und -beamte in Berlin sind nicht feige.

2010 wurden 2529 Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte in Berlin angegriffen und teilweise erheblich verletzt.

In einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KfN) belegt Professor Dr. Christian Pfeiffer 2010 nach einer bundesweiten Befragung von 22.579 Beamtinnen und Beamten, dass in Deutschland ein extremer Anstieg des Delikts „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“ erkennbar ist.

Welchen Gefahren „Ihre“ Beamtinnen und Beamten ausgesetzt sind, können Sie im Internet nachlesen. Nachstehend zu Ihrer Kenntnis ein aktueller Mordaufruf:

------
Tod den deutschen Polizisten
31.08.2011

Wir fordern den Tod der Berliner Polizisten. Insbesondere von den Polizisten, die am vergangenen Freitag auf dem Alexanderplatz in Berlin mehrere Leute brutal angegangen sind.
Diese menschenverachtenden Missgeburten haben nur den Tod verdient. Jetzt wird keine ruhige Hand mehr gehalten. Die Berliner Bullen sollen in Zukunft auf ihrem Nachhauseweg am Feierabend lieber etwas aufpassen oder privat, wenn sie unterwegs sind, denn es könnte unangenehm für sie werden. Wir wissen, wo bekannte Bullen wohnen und werden Besuche durchführen. Und diese Besuche werden nicht gut ausgehen, im Gegenteil, ihrem Leben wird ein Ende gesetzt und ihren Schandtaten soll damit ein Ende gesetzt werden, da die deutsche Justiz nicht imstande ist, die Beamten so zu verurteilen, wie es sein soll. Es reicht nicht nur eine Geldstrafe, es muss eine Gefängnisstrafe her oder die Entlassung aus dem Polizeidienst. Das geht an alle Beamten der Berliner Polizei, egal ob Einsatzhundertschaft oder zivile LKA-Beamte. Es wird euch alle treffen.
------

Herrmann bezeichnete es heute als „schon bemerkenswert“, dass bisher keine Reaktion der Senatskanzlei erfolgt ist. „Der Regierende Bürgermeister könnte mit einer Stellungnahme die Diskussion über diesen Vorfall beenden.“