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GdP-Berlin schreibt offenen Brief an Regierenden Bürgermeister

Berlin.

Bitte lesen folgend den offenen Brief der GdP-Berlin an den Regierenden Bürgermeister, die Mitglieder des Berliner Senats und des Abgeordnetenhauses, die Berliner Bundestagsabgeordneten und die Bundeskanzlerin.


Wir sind sauer und wütend!

Sehr geehrte Damen und Herren,

ist Ihnen eigentlich bewusst, dass die Beamtinnen und Beamten (in der Polizei, der Berliner Feuerwehr und im Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten (LABO) in Berlin seit 2004 keine Besoldungsanpassung bekommen haben und unter dem Strich einen Kaufkraftverlust von 20 % hinnehmen mussten?

Erklären Sie uns, warum alle anderen Bundesländer, darunter selbst die Haushaltsnotlageländer Saarland und Bremen, ihre Beamtinnen und Beamten an der allgemeinen Einkommensentwicklung teilhaben lassen und dies gerade in der Hauptstadt Berlin mit den vielen Sonderaufgaben und Belastungen nicht der Fall sein soll!

Wir verdienen jetzt bis zu 500 Euro weniger im Monat als vergleichbare Beamtinnen und Beamte in anderen Bundesländern.

Wir verlangen, dass die jahrelange Hinhaltetaktik auf unsere Kosten ein Ende hat. Wir können und wollen nicht die Sündenböcke sein, die bis zur Endschuldung Berlins das Nachsehen haben. Wir sind es leid, ständig zu hören, dass Berlin kein Geld hat und der Kelch angesichts der allgegenwärtigen Wirtschaftskrise wieder an uns vorbeigeht.

Die Beamtinnen und Beamten der Berliner Polizei, der Berliner Feuerwehr und des LABO´s haben in der Vergangenheit bereits erhebliche finanzielle Beeinträchtigungen zur Sanierung des Berliner Haushaltes hinnehmen müssen. Hier nennen wir beispielhaft:
  • keine Besoldungsanpassung seit 2004
  • Kürzung bzw. Wegfall des Weihnachts- und Urlaubsgeldes
  • Kürzung der Versorgungsbezüge
  • Wochenarbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich
  • erhebliche Verschlechterung bei der Beihilfe
  • zunehmende Arbeitsbelastung aufgrund von Personalmangel

Meinen Sie, dass wir dies weiter so dulden werden und uns nicht wehren können?
Da irren Sie sich!

Die über Jahre vollzogene Abkopplung von der allgemeinen Einkommensentwicklung enttäuscht und empört unsere Familien.
Wir werden dies nicht aktionslos hinnehmen!
Angesicht einer Besoldung am Rande der Verfassungswidrigkeit auf dem Stand des letzten Jahrtausends hat jeder Idealismus seine Grenzen.

Trotz aller widrigen Umstände (Personalknappheit, Arbeitsverdichtung) sind wir nach wie vor 24 Stunden für die Sicherheit der Menschen in Berlin mit hoher Motivation und Engagement präsent.
Sind Sie sicher, dass dies so bleibt?

Wir erwarten eine schon lange überfällige Besoldungsanpassung an das bundesweite Besoldungsniveau.
Geschieht dies nicht, müssen Sie es hinnehmen, dass etliche immer noch erstaunlich hoch motivierte Berliner Beamtinnen und Beamten ihre Einstellung in Bezug auf ihr Engagement dem mittlerweile zweitklassigen Besoldungsniveau anpassen.


Hochachtungsvoll
Ihre Hauptstadtbeamtinnen und -beamten der Polizei, der Feuerwehr und des LABO