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GdP Bremen: Mit Vollgas in den Abgrund

Bremen.

Der personelle Druck bei der Bremer Polizei steigt weiter an und die Senatorin für Finanzen verkündet, dass im Polizeivollzug eingespart wird. Herr Zentgraf, Sprecher einer neoliberalen Lobbyisten-Vereinigung von gutverdienenden Großfirmen, Selbstständigen und leitenden Angestellten meldete sich als einer der "üblichen Verdächtigen" zu Wort und erklärt, dass eine schrumpfende Gesellschaft auch eine kleinere Verwaltung zur Folge haben müsste. Der honorige Präses der Bremer Handelskammer erklärt, dass die Regierung mit weniger aber motivierteren Mitarbeitern eine bessere Verwaltung anbieten soll.

Die Bremer Polizistinnen und Polizisten schieben seit Jahren einen Berg von 270.000 bis 300.000 Stunden vor sich her. Das sind in Geld ausgedrückt 6 Millionen Euro oder umgerechnet 120 Stellen. Das ist ziemlich genau die Differenz der Anzahl von Stellen, die uns von einer personellen Mindestausstattung der Bremer Polizei nach oben trennt. Damit geben diese Mitarbeiter dem Bremer Staat seit Jahren nicht nur einen Kredit, sondern beweisen damit auch wie hochmotiviert sie sind.
70% der Polizistinnen und Polizisten arbeiten unter dem eigentlichen Wert ihrer Arbeitsplätze und haben keine Perspektive, dass sich das ändert. Sie arbeiten für 1,28 Euro Schichtzulage Tag und Nacht. Und diesen Menschen zu unterstellen, sie seien nicht motiviert, denn nichts anderes kann man aus den Worten des Präses schließen, ist unerhört.

"Mit den derzeitigen Personalzahlen ist die Bremer Polizei derzeit nicht in der Lage ihre Überstunden abzubauen. Das heißt auch, das die Arbeitsverdichtung nicht nur unverändert hoch ist, sondern stetig anwächst. Im Jahre 2020 wird die Bremer Polizei rund 200 Beschäftigte weniger haben als heute. Wenn nicht alle beteiligten politischen Entscheidungsträger rasch Prioritäten setzen, fahren sie weiter mit Vollgas auf den Abgrund zu." so Horst Göbel, Landesvorsitzender der GdP Bremen.