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GdP Bremen: Revierschließungen auf Raten

Bremen.

Jetzt wird der jahrelange Personalabbau bei der Bremer Polizei für die Bürgerinnen und Bürger deutlich sichtbar. Die hohe Arbeitsverdichtung bei der Bremer Polizei lässt es unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht zu, Reviere mit dem gewünschtem Standard offen zu halten. Die Polizeiführung ist gezwungen, Schwerpunkte zu setzen.

In Wirklichkeit hat die jahrelange Einsparpolitik den genannten Revieren durch stetigen Personalabbau ihre Daseinsberechtigung entzogen und ein Sterben auf Raten eingeleitet. Mit der Einführung von Bürgerservice und Öffnungszeiten waren es keine vollwertigen Polizeireviere mehr. Das böse Wort von Revierschließungen will der Innensenator nicht in den Mund nehmen, daher werden noch einmal die Öffnungszeiten auf ein Mindestmaß reduziert, nur um irgendwann festzustellen, dass sie nicht angenommen werden. So schafft man Argumente, Standorte zu schließen.

Die GdP begrüßt, dass es weitere Kontaktbeamte geben soll. Sie werden sicher mit viel Engagement ihrer Arbeit nachgehen. Doch eines werden sie nicht können, die Arbeit einer vollwertigen Wache ersetzen. Wo in der Vergangenheit auf kleinen Wachen rund 40 Polizeibeamte intensive Orts- und Milieukenntnisse hatten und sich mit Ihrem Stadtteil identifizierten, sind es heute 4 oder bald 5. Bürgernähe muss gelebt werden. Mit einigen wenigen ist das sehr schwer. Die Streifenwagenbesatzungen können das nicht leisten, sie erscheinen zwangsläufig nur, wenn etwas passiert und fahren zum nächsten Einsatz.

"Das Sterben der Reviere hat schon lange begonnen. Der Rückzug aus der Fläche wird Bürgernähe und kann Vertrauen kosten. Die jetzt geplanten geringen Einstellungszahlen weisen darauf hin, dass in Zukunft weitere Reviere geschlossen werden, mit negativen Folgen für die Bevölkerung," erklärte Horst Göbel, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei.