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GdP M-V: Krankenstand bei der Polizei auf Rekordhoch

Schwerin.

Immer mehr Polizisten fehlen aus gesundheitlichen Gründen. Im Durchschnitt ist jeder Mitarbeiter der Landespolizei M-V 37 Tage im Jahr krank. Das ist sind doppelt so viele Tage wie in anderen Berufsgruppen und fast doppelt so viel Krankentage wie im Jahr 2000. Dies sind die Früchte des seit Jahren erfolgenden Stellenabbaus in der Landespolizei. Die Arbeitsbelastung wird nach Einschätzung der GdP immer größer. "Immer weniger Polizistinnen und Polizisten müssen immer mehr Arbeit bewältigen" so Schumacher.

Fast 1.000 abgebaute Stellen in der Polizei führen zu einer stetig steigende Arbeitsbelastung, geringe Auszubildungszahlen führen zu einem hohen durchschnittlichem Alter in der Polizei. "37 Krankentage pro Mitarbeiter im Jahr sprechen eine deutliche Sprache. Wer für den Staat und seinen Bürgerinnen und Bürgern im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf hin hält, wer jeden Tag und jede Nacht 100 Prozent Einsatz geben soll, der darf auch erwarten dass man sich auch um seine Gesundheit gekümmert," so Schumacher weiter.

„Die Belastungssituation ist sehr groß. Die Kollegen klagen über hohen Stress. In belastenden Situationen wie Todesfällen steht nicht mal mehr genug geschultes Personal zur Verfügung, das den Kollegen zur Seite steht“, so Schumacher. Ein Problem was eigentlich kein Problem ist, da es im Land Polizeiseelsorger gibt, diese jedoch nicht mehr eingesetzt werden dürfen.

Doch am effektivsten ist den Beamten geholfen, wenn sie genügend Kollegen haben und sich so die Last auf möglichst viele Schultern verteilt. Die Gewerkschaft der Polizei fordert die Landesregierung auf, aktiv die Gesundheit der Beschäftigten der Polizei zu fördern, da das Gesundheitsmanagement noch nicht zu einer Senkung des Krankenstandes geführt hat und keinen weiteren Stellenabbau zuzulassen.

An einer ernsthaften Debatte über die Zukunft der Polizei führt letztlich kein Weg vorbei.