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GdP: Mehr als eine halbe Million Überstunden wegen Grenzkontrollen

Berlin.

Angesichts von einer halben Million Überstunden seit Einführung der Kontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze schlägt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Alarm. Der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Wir haben die Überlastungsgrenze längst überschritten“. 80-Stunden-Wochen seien überhaupt nicht vertretbar. Jeder Beamte müsse im Einsatz an der Grenze pro Tag im Schnitt sechs Überstunden machen. Zudem halte die Überlastung der Bundespolizei schon seit längerem an, sagte Radek. „Wir haben keine Ressourcen mehr.“

Doch die Überstunden sind nicht das einzige Problem: Wer außerplanmäßig die Grenze kontrolliert, kann nicht die übrigen Aufgaben im Land bewältigen. Laut der Antwort des Bundesinnenministeriums können dem Medienbericht zufolge 34 von insgesamt 145 Bundespolizeirevieren in Deutschland „nicht durchgehend besetzt werden“.

Die Folgen der Überbelastung würden immer offensichtlicher, betonte der GdP-Vize. Zum Teil müssten Landespolizisten die Aufgaben seiner Kolleginnen und Kollegen übernehmen . So begleiteten sie etwa Fußballfans in der Bahn zu den Spielen. Radek: "Wenn die Bundespolizei weiterhin genötigt wird, an der deutsch-österreichischen Grenze ihren Einsatzschwerpunkt zu haben, werden wir uns aus anderen Aufgabenbereichen zurückziehen müssen."

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