Zum Inhalt wechseln

GdP NRW: 1400 neue Polizisten reichen nicht!

Düsseldorf.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht in der heutigen Regierungserklärung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) ein wichtiges Signal für die Stärkung der Inneren Sicherheit. „Es gehört zu den Verdiensten von Hannelore Kraft, dass in NRW dem Schutz der Menschen vor Straftaten ein hoher Stellenwert eingeräumt wird“, sagte der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Arnold Plickert. Kritisch bewertet die GdP hingegen die Ankündigung der Landesregierung, auch in den kommenden Jahren lediglich 1400 Kommissaranwärterinnen und -anwärter einzustellen. „Das ist zu wenig, um alle Polizisten zu ersetzen, die in Ruhestand gehen“, sagte Plickert. „Wenn wir keine Stellen bei der Polizei abbauen wollen, brauchen wir 1700 Neueinstellungen.“

Die GdP stützt ihre Forderung nach Erhalt der bisherigen Personalstärke der Polizei auch auf die Kriminalitätsentwicklung. „Hannelore Kraft hat absolut Recht, wenn sie in ihrer Regierungserklärung darauf hinweist, dass rückläufige Einsatzzahlen bei der Polizei nicht in Sicht sind, in vielen Kriminalitätsfeldern haben wir sogar enorme Zuwachsraten. Aber die steigende Kriminalität müssen wir mit immer weniger Polizisten bekämpfen“, kritisierte der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende. „Mehr Sicherheit für die Bürger werden wir so nicht erreichen.“

Positiv bewertet die GdP die Ankündigung von Kraft, mehr gegen die zunehmende Gewalt gegen Polizisten zu unternehmen, mit einer „Woche des Respekts“ alleine lasse sich dieses Problem allerdings nicht lösen. „Wer Polizisten angreift, greift den Staat an. Deshalb muss der Staat mit der notwendigen Härte gegen die Gewalttäter vorgehen“, sagte Plickert. „Gerichtsurteile, in denen der Angriff auf einen Polizisten als Bagatelldelikt abgetan wird, müssen endlich der Vergangenheit angehören.“