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GdP NRW: 2011 wurde jeder vierte Polizist angegriffen

Düsseldorf.

Im vergangenen Jahr ist in NRW jeder vierte Polizeibeamte, der regelmäßig an Einsätzen beteiligt ist, während seines Dienstes angegriffen worden, darauf hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) mit Bezug auf die Polizeiliche Kriminalstatistik aufmerksam gemacht. 2011 gab es in NRW 5695 Widerstandshandlungen gegen die Polizei, 7252 der 28 000 Polizisten, die regelmäßig Außendienst versehen, wurden angegriffen. „Die meisten Vorfälle haben sich nicht bei Demonstrationen oder am Rande von Fußballspielen, sondern bei ganz normalen Alltagseinsätzen ereignet: beim Schlichten von Streitigkeiten, bei Maßnahmen wegen Randalierens nach Alkoholkonsum, bei Einsätzen wegen häuslicher Gewalt und bei der Aufnahme von Verkehrsunfällen“, sagte GdP-Landesvorsitzender Frank Richter.

Die GdP warnt davor, dass die Politik das hohe Maß an Gewalt gegenüber den Polizisten verharmlost. „Wer die Polizei angreift, will eine andere Gesellschaft, in der nur das Gesetz des vermeintlich Stärkeren gilt. Das dürfen wir nicht zulassen“, betonte Richter.

Verantwortlich für die hohe Zahl von Übergriffen auf Polizisten ist nach Beobachtungen der GdP die in den letzten Jahren stark gestiegene Gewaltbereitschaft in Teilen der Gesellschaft. „Es gibt in Deutschland eine wachsende Gruppe von Menschen, für die brutale Gewalt zum scheinbar legitimen Instrument zur Verfolgung der eigenen Interessen gehört. Verantwortlich dafür ist die starke Entsolidarisierung unserer Gesellschaft. Deshalb lässt sich das Problem der zunehmenden Zahl brutaler Gewaltattacken durch die Polizei alleine nicht lösen, sondern nur durch eine andere Sozialpolitik. Aber die Polizei kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass die Gesellschaft nicht immer mehr auseinander fällt“, sagte Richter. „Dazu muss die Politik der Polizei aber die notwendigen Instrumente zur Verfügung stellen.“