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Polizeiliche Kriminalstatistik

GdP NRW: Alltagskriminalität stärker in den Blick nehmen

Düsseldorf.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht sich durch die heute von Bundesinnenminister Friedrich veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik in ihrer Forderung bestätig, dass die Polizei die Bekämpfung der Alltagskriminalität stärker in den Blick nehmen muss. „Die Polizei leistet in NRW hervorragende Arbeit", sagte der GdP-Landesvorsitzende Arnold Plickert. „Die hohe Qualität der Arbeit der nordrhein-westfälischen Polizei ist aber nur bei entsprechender personeller Ausstattung weiter zu gewährleisten. Bereits heute fallen jährlich 2 Millionen Überstunden an, so dass die Grenze der Belastbarkeit weit überschritten ist.“

Dass NRW mit 8.510 Straftaten pro 100.000 Einwohner hinter den Stadtstaaten die höchste Kriminalitätsdichte in Deutschland aufweist, hat nach Ansicht der GdP vor allem strukturelle Gründe. „Wir haben in NRW deutlich mehr Ballungsräume als in jedem anderen Bundesland und deshalb auch ein höheres Fallaufkommen bei den großstadtspezifischen Straftaten. Aber das heißt nicht, dass wir uns mit der höheren Kriminalität abfinden dürfen“, sagte Plickert. Als falsch kritisierte der GdP-Vorsitzende hingegen die These, im Süden sei alles besser. „Politische Schnellschüsse helfen uns nicht weiter, wenn wir die Sicherheit der Menschen verbessern wollen, sondern wir brauchen nachhaltige Konzepte, wie wir die Aufklärungsquote in NRW wieder über die 50-Prozent-Marke bringen können.“

Die GdP fordert deshalb, dass die Polizei vor allem die Kriminalitätsfelder stärker in den Blick nimmt, in denen es in den vergangenen Jahren eine starke Zunahme von Straftaten gegeben hat, zum Beispiel die Wohnungseinbrüche und die Cyberkriminalität. Dass diese Strategie erfolgreich ist, zeigt ein Blick in die bereits im März veröffentlichte Kriminalstatistik für NRW. „Zwar hat es auch in NRW im vergangenen Jahr eine deutliche Zunahme der Wohnungseinbrüche gegeben, aber überall dort, wo wir mehr Ressourcen auf die Verfolgung der Einbrecher konzentriert haben, sind wir den Tätern erfolgreich an den Kragen gegangen“, sagte Plickert. „Die Kooperation von Polizeibehörden im Bereich der Wohnungseinbrüche aber auch das bereits vor zwei Jahren gegründete Kompetenzzentrum Cyberkriminalität beim LKA sind erste Schritte in die richtige Richtung.“