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GdP NRW: Der Bürger wäre der Dumme

Düsseldorf.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat die Forderung des Münsteraner Polizeipräsidenten Hubert Wimber, die Aufnahme von Bagatellunfällen in Zukunft nicht mehr durch die Polizei vornehmen zu lassen, scharf kritisiert. „Die Bürger haben ein Recht darauf, dass der Unfallhergang unvoreingenommen durch eine neutrale Instanz festgestellt wird“, sagte der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende Frank Richter. „Bliebe die Polizei außen vor, wäre der Bürger der Dumme.“

Richter erinnerte daran, dass Verkehrsteilnehmer nach einem Unfall oft aufgeregt sind. „Sie können deshalb die Schwere eines Unfall selbst nicht einschätzen. Zudem verbergen sich hinter scheinbaren Bagatellunfällen oft Straftaten, wie das Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss oder das gezielte provozieren von Auffahrunfällen. Diese Taten blieben ungesühnt, wenn die Polizei Verkehrsunfälle nicht mehr aufnehmen würde“, warnte Richter.

Auch die Forderung von Wimber, den Einsatz der Polizei bei Fußballspielen deutlich zu reduzieren, gehe an der Realität vorbei. „Die GdP fordert bereits seit langem, dass die Fußballvereine mehr und besser qualifizierte Ordner bereitstellen, aber wenn es darum geht, Straftaten in den Stadien oder in deren Umfeld zu verhindern und zu verfolgen, kann sich die Polizei nicht einfach aus der Verantwortung stehlen“, betonte Richter. „Die Hoffnung von Wimber, dass bei den Fußballeinsätzen kurzfristig große Einspareffekte erzielt werden könnten, ist leider reines Wunschdenken.“

Enttäuscht zeigte sich die GdP zudem davon, dass der Münsteraner Polizeipräsident einem Stellenabbau bei der Polizei das Wort redet. „Fakt ist, dass 1400 Neueinstellungen nicht reichen, damit in den kommenden Jahren in NRW jeder Polizist ersetzt werden kann, der altersbedingt ausscheidet.“, sagte Richter. „Offenbar hat hier die parteipolitische Brille den Blick auf die Zahlen getrübt.“