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GdP NRW: Deutlicher Zuwachs bei ermittlungsintensiven Straftaten

Düsseldorf.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) bewertet die heute von Innenminister Ralf Jäger (SPD) veröffentlichte Kriminalstatistik 2012 als deutliches Warnsignal, dass es für die Polizei immer schwieriger wird, die Bürger gegen Straftäter zu schützen. Besorgniserregend ist aus Sicht der GdP vor allem der deutliche Zuwachs bei den ermittlungsintensiven Straftaten. Während die Zahl aller Straftaten im vergangenen Jahr um 0,5 Prozent gestiegen ist, lag der Zuwachs bei den für das Sicherheitsgefühl der Bürger besonders wichtigen Wohnungseinbrüchen bei 7,5 Prozent. Bei der Internetkriminalität lag der Zuwachs bei 13,2 Prozent, beim Betrug bei 11,5 Prozent, bei Raubdelikten bei 1,7 Prozent und bei Vergewaltigungen bei 17,1 Prozent. „Das ist ein dramatischer Zuwachs, der uns dazu zwingt, stärker als bisher darüber nachzudenken, wie viele Polizisten wir in Zukunft in NRW brauchen, damit Straftaten nicht nur angezeigt, sondern die Täter verfolgt werden“, sagte der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Wolfgang Spies.

Besorgniserregend ist aus Sicht der GdP auch der im vergangenen Jahr bei vielen Delikten zu beobachtende Anstieg älterer Straftäter. „Die Hoffnung vieler Politiker, dass die Kriminalität schon deshalb sinken wird, weil unsere Gesellschaft älter wird, wird sich nicht erfüllen“, warnte Spies vor falschem Optimismus. „Wir werden zwar in den kommenden Jahren einen Rückgang bei den jugendspezifischen Delikten erleben, aber die Zahl der Straftaten insgesamt wird weiter steigen. 2012 kamen in NRW 8510 Straftaten auf 100 000 Einwohner. Das ist der höchste Stand seit zehn Jahren.

„Trotzdem ist die Polizei der wachsenden Kriminalität nicht hilflos ausgeliefert“, sagt Spies. „Erfolge haben wir immer dort, wo personelle Ressourcen verstärkt worden sind. So ist zum Beispiel die Zahl der aufgeklärten Wohnungseinbrüche in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen. Dass die Aufklärungsquote dennoch stagniert, liegt am gleichzeitigen Anstieg der Einbruchszahlen“, sagte Spies. „Das Beispiel zeigt: Dort, wo die Polizei über genügend Personal verfügt, geht es den Tätern an den Kragen.“