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GdP NRW: Eindampfen des Blitz-Marathons zum Halbmarathon ist richtig

Düsseldorf.

Angesichts der massiv gestiegenen Terrorgefahr, der Arbeitsbelastung der Polizei durch die Flüchtlinge und der sprunghaft gestiegenen Zahl der Wohnungseinbrüche werden sich die meisten Länder am bundesweiten Blitz-Marathon am Donnerstag dieser Woche nur noch mit den Kräften des Verkehrsdienstes beteiligen, geblitzt wird zudem nicht mehr 24 Stunden, sondern nur noch in zwei Schichten. Fünf der sechzehn Bundesländer werden dem Blitz-Marathon sogar ganz fernbleiben. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht den Blitz-Marathon deshalb zum Halbmarathon geschrumpft.

„Es ist aufgrund der bestehenden Belastungssituation in den Ländern und beim Bund nicht zu verantworten, weitere Polizeikräfte aus anderen Bereichen zu verwenden und weiteren Mehrdienst durch den Blitz-Marathon aufzubauen. Deshalb ist das Eindampfen des Blitz-Marathons zu einem Halbmarathon richtig“, sagte der für Verkehrspolitik stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Arnold Plickert am Mittwoch in Düsseldorf.

Zugleich warnt die GdP die Innenminister aber davor, die Polizei immer mehr aus der wirksamen Verfolgung von Rasern zurückzuziehen. „Wenn die Bundesländer die Zahl der Verkehrskontrollen auch außerhalb des Blitz-Marathons reduzieren, wird’s gefährlich“, sagte Plickert, der auch Landesvorsitzender der GdP in Nordrhein-Westfalen ist. Wichtig ist vor allem, dass Autofahrer, die zu schnell fahren, nicht nur geblitzt, sondern anschließend von der Polizei auch angehalten und über die Folgen ihres Fehlverhaltens für andere Verkehrsteilnehmer informiert werden. „Nur durch ein verkehrserzieherisches Gespräch erreichen wir die Köpfe der Autofahrer. Mit dem Verschicken von Bußgeldbescheiden allein funktioniert das nicht“, sagte Plickert.

Nach Beobachtungen der GdP ist alleine im vergangenen Jahr die Zahl der Verkehrskontrollen mit Anhalten in einzelnen Bundesländern um bis zu 30 Prozent zurückgegangen. „Wenn das so weitergeht, braucht sich niemand zu wundern, dass die Zahl der Verkehrstoten weiter steigen wird.“ Alleine im vergangenen Jahr ist die Zahl der Verkehrstoten bundesweit von 3337 auf 3475 Opfer gestiegen. Weil in den Fahrzeigen aber immer mehr Technik zum Einsatz kommt, hätte sie eigentlich sinken müssen.