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GdP NRW: Fangewalt belegt, dass der Einsatz verdeckter Informanten unverzichtbar ist

Düsseldorf.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht in den gewalttätigen Auseinandersetzungen verfeindeter Fangruppen an diesem Wochenende in Dortmund und Essen eine Bestätigung der Strategie der Polizei, bei der Bekämpfung von Gewalttätern unter den Fans auch auf das Wissen von Informanten aus der Fanszene zurückzugreifen. Am Samstag hatten sich 250 Fans des FC Schalke 04 mit 50 Anhängern von Borussia Dortmund im Dortmunder Hauptbahnhof zu einer Schlägerei verabredet. Nur durch ein massives Polizeiaufgebot konnte verhindert werden, dass es zu größeren Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern beider Bundesligavereine gekommen ist. Bereits am Freitag Abend kam es bei einem Hallenfußballturnier in der Essener Gruga zu Angriffen zwischen Anhänger des MSV Duisburg und von Rot-Weiss Essen.

Der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende Arnold Plickert hat den beteiligten Vereinen vorgeworfen, trotz des vom DFB im vergangenen Jahr verabschiedeten Sicherheitskonzepts noch immer nicht konsequent gegen diejenigen unter den eigenen Fans vorzugehen, die den Fußball nur missbrauchen, um brutale Gewalt zu verüben. „Wenn bei einem Hallenturnier die Sicherheit der Zuschauer nur noch durch den Einsatz von zwei Hundertschaften der Polizei gewährleistet werden kann, dann ist das ein deutlicher Hinweis, dass der veranstaltende Verein seine eigene Sicherungspflicht nicht ernst genug genommen hat. Ändert sich daran nichts, stellt sich die Frage, ob Hallenturniere in Zukunft noch genehmigungsfähig sind“, sagte Plickert.

Auch der Dortmunder Vorfall ist aus Sicht der GdP ein deutliches Indiz dafür, dass sich ein Teil der Fans immer stärker vom Fußball abwendet und nur noch an Gewalt interessiert ist. „Früher haben sich verfeindete Fans zu Schlägereien im Wald verabredet, heute geschieht das mitten in der Stadt. Mit Fankultur hat das nichts zu tun“, sagte Plickert. „Auch in Dortmund sind drohende Auseinandersetzungen und schwere Straftaten wie Landfriedensbruch nur durch den konsequenten Einsatz der Polizei verhindert worden. Das zeigt, wie richtig es ist, dass die Polizei zur Verhinderung einer Eskalation der Gewalt auch auf Informationen zurückgreift, die sie aus der Fanszene erhält“, erklärt der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende.