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GdP NRW: Fußgänger und Radfahrer besser schützen

Düsseldorf.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat die Landesregierung mit Blick auf den für den 18. September angekündigten zweiten bundesweiten Blitzmarathon aufgefordert, ein mit den Kommunen abgestimmtes Verkehrskonzept zu entwickeln, mit dem Fußgänger und Radfahrer besser geschützt werden. Alleine im ersten Halbjahr 2014 sind in NRW 1415 Fahrradfahrer schwer verletzt worden, 342 mehr als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Auch bei den schwer verletzten Fußgängern gibt es einen dramatischen Zuwachs. Von Januar bis Juni 2014 wurden in NRW 891 Fußgänger schwer verletzt, 84 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. 48 starben an den Unfallfolgen.

„Wir wollen alle, dass die Menschen ihr Auto auch mal stehen lassen und auf das Fahrrad umsteigen oder zu Fuß gehen. Deshalb müssen wir Radfahrern und Fußgängern auf den Straßen endlich den Raum einräumen, den sie brauchen, um ihr Ziel sicher zu erreichen. Aber daran mangelt es“, kritisierte der GdP-Landesvorsitzende Arnold Plickert. „Beim Schutz von Fußgängern und Radfahrern ist NRW ein Entwicklungsland.“ Die GdP fordert ein Gesamtkonzept, das über Maßnahmen zur Geschwindigkeitsmessung hinausgeht. „Mit dem Blitzmarathon allein werden wir die Zahl der Verkehrsopfer nicht reduzieren, sondern wir brauchen einen Ausbau der Verkehrsflächen, auf denen Radfahrer und Fußgänger Vorrang haben“, sagte Plickert.

Zudem fordert die GdP eine generelle Senkung der zulässigen Geschwindigkeit in den Innenstädten auf 30 km/h. „Statt Tempo 30-Zonen auszuschildern, müssen wir die Straßen kennzeichnen, auf denen schneller gefahren werden darf. Sonst kommen wir von den hohen Opferzahlen nicht runter“, sagte Plickert. Die GdP erwartet, dass sich Jäger für diese Forderung auch beim nächsten Treffen der Innenminister in Bonn stark macht.