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GdP NRW: Kein Verein ist Tote und Schwerverletzte wert

Düsseldorf.

Nach den schweren Auseinandersetzungen zwischen mehreren hundert gewalttätigen Anhängern des 1. FC Köln und von Schalke 04, bei dem gestern in der Kölner Innenstadt ein Schalke-Fan lebensgefährlich verletzt worden ist, fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP), dass sich die Fußballfans in ganz Deutschland endlich von den Gewalttätern in den eigenen Reihen trennen. „Es war reines Glück, dass wir gestern nicht den ersten Toten beklagen mussten. Aber wenn einzelne Fangruppen weiter brutalen Gewalttätern eine Bühne für ihre Straftaten bieten, ist es nur eine Frage der Zeit, bis es im Umfeld der Fußballspiele zu Toten kommt“, warnte der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende Arnold Plickert. „Dabei wissen auch die Fans: Kein Verein ist Tote und Schwerverletzte wert.“

Zwar habe es auch in der Vergangenheit gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Fangruppen gegeben, aber Zahl und Brutalität der Übergriffe hätte in den letzten Jahren massiv zugenommen, so Plickert. „Bundesweit gibt es 4000 Gewalttäter, die nicht am Fußball interessiert sind, sondern ausschließlich zu den Spielen anreisen, weil sie eine Gelegenheit zu Übergriffen auf die Fans anderer Vereine und die eingesetzten Polizisten suchen“, erklärte der GdP-Vorsitzende.

Die GdP unterstützt ausdrücklich die Linie von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD), der eine härtere Gangart gegenüber gewalttätigen Hooligans angekündigt hat. „Die gestern in Köln festgenommenen 50 Straftäter, sind genau die Fußball-Intensivstraftäter, die Innenminister Jäger meint. Gegen sie müssen alle, die für die Sicherheit bei den Spielen verantwortlich sind – Vereine und DFB, Polizei und Justiz –, konsequent vorgehen“, fordert Plickert. „Und wir müssen prüfen, ob bei diesen Gruppierungen nicht die Strukturen krimineller Vereinigungen vorliegen.“

Als nicht hinnehmbar kritisiert die GdP, dass noch unmittelbar vor dem Bekanntwerden der Kölner Vorfalls die von Jäger angekündigte härtere Gangart gegenüber Gewalttätern von Fußballfans, die sich in Berlin zu einem Fankongress getroffen hatten, als „Kampfansage“ bewertet worden ist. „Das zeigt, wie schwer sich viele Fangruppen noch immer mit der Forderung tun, Gewalttätern keinen Schutzraum mehr zu geben“, sagte der GdP-Vorsitzende.