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GdP NRW: Komplette Gewaltstudie schnellstmöglich vorlegen

Düsseldorf.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat den von Innenminister Ralf Jäger (SPD) vorgelegen Zwischenbericht der „NRW-Studie Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte“ als vollkommen unzureichend kritisiert. „Dass 2011 über 80 Prozent der Polizisten in NRW mindestens einmal beleidigt worden sind, dass mehr als die Hälfte geschlagen, getreten oder mit Waffen angegriffen wurden, und jeder zehnte dabei so schwer verletzt wurde, dass er mindestens einen Tag ausgefallen ist, sind erschreckende Zahlen. Aber über die Hintergründe dieser Taten erfahren wir in dem gerade einmal vier Seiten starken Zwischenbericht so gut wie nichts“, kritisierte GdP-Landesvorsitzender Arnold Plickert. „Das ist vollkommen inakzeptabel, weil wir ohne Kenntnis der genauen Fakten keine Maßnahmen ergreifen können, um unsere Kolleginnen und Kollegen besser zu schützen.“

Die NRW-Studie ist im Frühjahr vergangenen Jahres durchgeführt worden. Ursprünglich sollten die ersten Ergebnisse im Herbst vorliegen.

Die GdP ist auch deshalb über den dünnen Zwischenbericht enttäuscht, weil NRW bereits Anfang 2010 unter der damaligen schwarz-gelben Landesregierung aus der bundesweiten Gewaltstudie des Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) ausgestiegen war. Der damalige Innenminister Ingo Wolf (FDP) hatte auf Druck der GdP versprochen, als Ersatz für die fehlende Beteiligung an der KFN-Studie eine eigene NRW-weite Gewaltstudie auf den Weg zu bringen. „Dass es mehr als drei Jahre nach dem Ausstieg von NRW aus der bundesweiten Gewaltstudie noch immer keine belastbaren Daten zu den Übergriffen auf die Polizeibeamten in unserem Land vorliegen, ist mehr als beschämend“, sagte Plickert. „Die zahlreichen Polizisten, die sich im vergangenen Jahr an der NRW-Studie beteiligt haben, haben ein Recht darauf, endlich zu erfahren, wie sie besser gegen Angriffe geschützt werden können.“