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GdP NRW: Schichtdienst bei der Polizei: Gesundheit wichtiger als finanzieller Ausgleich

Düsseldorf.

Die Polizei muss rund um die Uhr erreichbar sein, 365 Tage im Jahr. Trotzdem kann der Schichtdienst bei der Polizei so gestaltet werden, dass er deutlich weniger gesundheitsbelastend ist. Darauf hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) heute auf einem eintägigen Forum in Düsseldorf hingewiesen. „Auch in anderen Branchen gibt es Schichtdienst, aber die wöchentliche Arbeitszeit ist dort deutlich kürzer als 40 Stunden, Polizisten müssen dagegen 41 Stunden arbeiten. Das führt nicht nur zu hohen Krankheitsausfällen, sondern auch zu übermüdeten Polizistinnen und Polizisten. Deshalb müssen wir endlich weg von der krankmachenden 41-Stunden-Woche“, sagte in Düsseldorf GdP-Landesvorsitzender Arnold Plickert.

Polizisten, die regelmäßig im Schichtdienst eingesetzt sind, müssten zudem früher in Ruhestand gehen können. Bislang ist das nur möglich, wenn sie mindestens 25 Jahre lang im Wach- und Wechseldienst eingesetzt waren. Zudem fordert die GdP, dass die Erkenntnisse der Arbeitswissenschaft stärker bei der Gestaltung des Schichtdienstes berücksichtigt werden. „Wenn wir von dem hohen Krankenstand bei der Polizei wegkommen wollen, brauchen wir kürzere Schichtdienstfolgen, vorwärts rotierende Systeme und eine größere Regelmäßigkeit der Rhythmen“, sagte Plickert. „Hier hat die Polizei erheblichen Nachholbedarf im Vergleich zur privaten Wirtschaft.“

Handlungsbedarf sieht die GdP auch bei den Polizistinnen und Polizisten. „Wir müssen lernen, dass der Schutz der eigenen Gesundheit im Zweifelsfall wichtiger ist, als ein krankmachendes Schichtdienstsystem, für das es einen finanziellen Ausgleich gibt“, sagte der GdP-Vorsitzende.