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GdP NRW: Sicherheitslücken bei Schalke 04: DFB muss eigenes Sicherheitskonzept konsequent umsetzen

Düsseldorf.

Für die gravierenden Sicherheitslücken beim Bundesliga-Verein Schalke 04, die das WDR-Magazin sport inside gestern Abend aufgedeckt hat, macht die Gewerkschaft der Polizei (GdP) auch den Deutschen Fußballbund (DFB) verantwortlich. „Der DFB hat seine Spitzenklubs zwar verpflichtet, bei den Bundesligaspielen nur Ordner einzusetzen, die vorher geschult worden sind, auf Grund der jetzt wieder festgestellten Sicherheitslücken sollte er aber auch deren Umsetzung konsequent kontrollieren“, fordert GdP-Landesvorsitzender Arnold Plickert. „Dass sport inside nach Borussia Dortmund erneut einem Spitzenklub nachweisen kann, dass er die Auswahl seiner Ordner lax handhabt, zeigt, dass wir es hier mit einem Systemversagen zu tun haben.“

In der WDR-Sendung hatte Plickert das Verhalten von Schalke 04 als „absolut fahrlässig“ kritisiert und verlangt, dass die Vereine in Zukunft 24 Stunden vor Spielbeginn dem Einsatzleiter der Polizei eine vollständige Namenliste aller Ordner vorlegen müssen, die eingesetzt werden sollen. Dem Verzeichnis müsse auch ein Qualifikationsnachweis der Ordner beiliegen. Zudem erwartet die GdP, dass der DFB durch eigene Kontrolleure vor Ort überprüft, ob die Ordner den vorgeschriebenen Sicherheitsstandards genügen. „Die Vereine verpflichten sich in ihrem Lizenzvertrag mit dem DFB dazu, eine genau festgelegte Zahl an qualifizierten Ordnern bereitzustellen. Deshalb ist es Aufgabe des DFB, die Einhaltung dieser Vereinbarung zu überprüfen“, sagte Plickert. „Wird die Vereinbarung von den Vereinen missachtet, muss das Fehlverhalten Sanktionen des DFB nach sich ziehen.“

Bei Schalke war es auch deshalb zu einer Sicherheitslücke gekommen, weil der Verein unmittelbar vor dem Beginn der Bundesliga-Saison 2014/2015 den privaten Sicherheitsdienst aus Kostengründen gewechselt hatte. Seitdem hat offenbar die Zeit nicht gereicht, um genügend Ordner zu schulen. „Um bei den Ordnern zu sparen, hat die Vereinsführung das Sicherheitsrisiko einfach auf die Polizei abgewälzt. Das ist nicht akzeptabel“, betonte Plickert. „Deshalb ist es gut, dass Innenminister Ralf Jäger bereits angekündigt hat, dass das Fehlverhalten des Vereins Konsequenzen haben wird.“