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GdP NRW: Zahl der verletzten Polizisten stark gestiegen

Kamen.

Im vergangenen Jahr sind in Nordrhein-Westfalen 1.874 Polizisten durch gewalttätige Angriffe verletzt worden, neun von ihnen schwer. Das geht aus dem Lagebild „Gewalt gegen Polizeibeamte“ des Landeskriminalamtes (LKA) hervor, auf das der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in NRW, Frank Richter, während der heutigen Beiratssitzung seiner Gewerkschaft im Kamen aufmerksam gemacht hat. Laut LKA ist die Zahl aller während des Dienstes angegriffenen Polizisten im vergangenen Jahr auf 9.808 gestiegen. Das sind 3,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl der verletzten Polizisten stieg sogar um acht Prozent.

Die GdP sieht sich durch den erneuten Anstieg der Gewalt gegen Polizisten in ihrer Forderung bestätigt, dass Politik und Justiz konsequenter gegen diejenigen vorgehen müssen, die Polizisten angreifen. „Gewalt gegen Polizisten ist längst zu einem Massenphänomen geworden, zu etwas scheinbar Normalen. Das ist eine Entwicklung, zu der die Politik nicht schweigen darf“, sagte Richter.

Fast 90 Prozent der Übergriffe auf Polizisten haben sich nicht am Rande von Demonstrationen oder Fußballspielen ereignet, sondern während des normalen Dienstalltags der Polizisten. 85 Prozent aller Gewalttaten betreffen „110er“-Einsätze. „Das sind Fakten, die wir nicht weiter verdrängen dürfen, wenn wir der zunehmenden Gewalt gegen Polizisten etwas entgegensetzen wollen“, fordert Richter.

Besorgniserregend ist für die GdP zudem die mit der Größe der Städte sprunghaft steigende Bereitschaft zur Gewalt. Zwei Drittel (67 Prozent) aller Übergriffe auf Polizisten haben sich in Städten mit mehr als 100 000 Einwohnern ereignet, fast jeder dritte Übergriff (30 Prozent) in den vier NRW-Städten mit mehr als 500 000 Einwohnern. „Übergriffe auf Polizisten sind längst kein reines Großstadtphänomen mehr, aber die Zahlen zeigen, dass in unseren Großstädten sozial etwas auseinander läuft. Deshalb werden wir das Problem der zunehmenden Gewalt gegenüber Polizisten mit polizeilichen Mitteln allein nicht in den Griff kriegen“, sagte Richter.