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GdP NRW fordert faire Gestaltung des Schichtdienstes

Düsseldorf.

Die Polizei muss an 365 Tagen rund um die Uhr erreichbar sein. Fast 40 Prozent aller Polizisten arbeiten deshalb in NRW im durchgehenden Wechsel aus Früh-, Spät- und Nachtdienst. Viele von ihnen werden krank, weil die Schichten zu lang und die Pausenzeiten zu kurz sind. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat deshalb ein umfangreiches Positionspapier vorgelegt, wie der Schichtdienst bei der Polizei so gestaltet werden kann, dass er weniger gesundheitsbelastend ist.

Drei Kernforderungen stehen dabei im Vordergrund:
1. Weil bei einer 41-Stunden-Woche massive Gesundheitsschäden unvermeidbar sind, muss die wöchentliche Arbeitszeit im Schichtdienst auf 35 Stunden begrenzt werden.
2. Weil Schichtdienst auf Dauer krank macht, darf kein Polizist durchgehend mehr als 20 Jahre im Schichtdienst eingesetzt werden. Danach muss er in den Tagesdienst wechseln können.
3. Weil auch Polizisten, die im Schichtdienst arbeiten, soziale Kontakte außerhalb der Polizei brauchen, haben sie ein Recht auf einen Rest an planbarer Freizeit.

"Mit unserem Positionspapier zeigen wir, dass eine weniger gesundheitsbelastende Arbeitszeitgestaltung bei der Polizei möglich ist, ohne dass die Leistungsfähigkeit der Polizei leidet", sagt der GdP-Landesvorsitzende Arnold Plickert. "Weil durch eine bessere Gestaltung des Schichtdienstes weniger Polizisten krank werden, profitierten davon auch die Bürger. Das ist eine klassische Win-win-Situation."

Die GdP erwartet, dass das Innenministerium die Vorschläge aufgreift, wenn Ende dieses Jahres die bisherigen Schichtdienstmodelle bei der Polizei durch neue Modelle abgelöst werden sollen. Die Chancen dafür stehen gut, weil auch eine vom Innenministerium eingesetzte Arbeitsgruppe zu ähnlichen Handlungsempfehlungen gekommen ist. "Jetzt muss sich auch die Politik bewegen", fordert Plickert.





Positionspapier "Schichtdienst fair gestalten" der Gewerkschaft der Polizei NRW