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GdP NRW verhindert Skandalunterbringung während des Obama-Besuchs

Düsseldorf/Hannover.

Blutverschmierte Bettwäsche, mit Urin- und Spermaspuren behaftete Matratzen, durch Essenreste und Erbrochenem verschmutze Teppichböden, völlig verdrecke Duschen und Toiletten – so sahen die Unterkünfte in einer früheren britischen Kaserne in Hameln aus, in der Samstagnacht drei Einsatzhundertschaften aus NRW während des Obama-Besuchs untergebracht werden sollten.

Für die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist damit die Grenze des Zumutbaren weit überschritten. Unmittelbar nach dem Bekanntwerden der skandalösen hygienischen Situation hat sie Innenminister Ralf Jäger (SPD) eingeschaltet und auf einer Unterbringung der NRW-Kräfte in anderen Einrichtungen bestanden. Weil sich die massiven Hygienemängel in der Hamelner Kaserne kurzfristig nicht beseitigen ließen, wurden die NRW-Kräfte noch am Abend in andere Einrichtungen verlegt.

"Polizisten haben bei Großeinsätzen keinen Anspruch auf eine Unterbringung in einem Luxushotel, aber vollkommen verdreckte, gesundheitsgefährdende Unterkünfte sind für die Polizisten unzumutbar", hatte GdP-Landesvorsitzender Arnold Plickert zuvor gegenüber Innenminister Jäger erklärt. Dass Jäger unverzüglich auf die Beschwerde der GdP reagiert hat, wertet Plickert positiv. "Für die skandalösen hygienischen Verhältnisse in der Hamelner Kaserne ist nicht Jäger verantwortlich, sondern das niedersächsische Innenministerium, das den Polizeieinsatz während des Obama-Besuchs geplant hat", betonte Plickert. "Dass Jäger umgehend für eine andere Unterbringung der NRW-Polizisten gesorgt hat, zeigt, dass ihm der Schutz seiner Beamten nicht egal ist."

Die GdP erwartet jetzt, dass Jäger den skandalösen Vorfall auch in der nächsten Innenministerkonferenz zur Sprache bringen wird, damit bei künftigen länderübergreifenden Einsätzen eine vernünftige Unterbringung der NRW-Kräfte sichergestellt ist.