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GdP-NRW: Billigpolizei bringt keinen Sicherheitsgewinn

Düsseldorf.

Die GdP lehnt den von der CDU in die Diskussion gebrachten Aufbau einer Wachpolizei ab. „Eine Billigpolizei bringt keinen zusätzlichen Sicherheitsgewinn für die Bürgerinnen und Bürger, sondern gaukelt Sicherheit nur vor“, warnt der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Frank Richter. „Ein nur oberflächlich in wenigen Wochen angelernter Wachpolizist ist den Gefahrensituationen, mit denen er im Personen- und Objektschutz konfrontiert wird, nicht gewachsen“, betonte Richter. „Er könnte im Ernstfall nur die Polizei zu Hilfe rufen“.

Hilfspolizisten sind nicht in der Lage, Anschläge zu verhindern, die besonders gefährdeten Einrichtungen oder Personen von terroristischen Gruppen und von rechts- oder linksextremistischen Tätern drohen. „Für die Verhinderung politisch motivierter Terroranschläge brauchen wir erfahrene Polizisten, die drohende Gefahren frühzeitig erkennen und abwehren können. Das setzt eine solide Ausbildung voraus“, erklärte Richter.

Die GdP fordert, dass NRW bundesweit wieder eine Führungsrolle in der Diskussion um die Innere Sicherheit einnimmt. „Das kann man nicht über die Einführung einer Billigpolizei erreichen, sondern nur dadurch, dass das Land endlich wieder so viele Polizistinnen und Polizisten neu einstellt, wie durch das Ausscheiden Älterer ersetzt werden müssen“, erklärte Richter.

Nach Berechnungen des Innenministeriums müssen jedes Jahr mindestens 1500 Polizeianwärterinnen und -anwärter neu eingestellt werden, 400 mehr als bislang. „Die Landesregierung muss ihre eigenen Zahlen endlich ernst nehmen und mehr Polizistinnen und Polizisten einstellen, statt von einer Billigpolizei zu träumen“, fordert der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende.