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GdP-NRW: Chancen für eine sachliche Debatte über die Ursachen der Duisburger Tragödie deutlich gestiegen

Düsseldorf.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht durch die heute von Innenminister Ralf Jäger (SPD) vor dem Düsseldorfer Landtag präsentierten neuen Erkenntnisse der Duisburger Staatsanwaltschaft die Chancen deutlich gestiegen, wieder zu einer sachlichen Debatte über die Ursachen des tragischen Unglücks bei der Loveparade zurückzukehren. Nach den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft, haben sich bislang weder beim Genehmigungsverfahren, noch bei der Ablösung der eingesetzten Kräfte und bei der Errichtung der Polizeiketten im Zugangsbereich zur Loveparade Anhaltspunkte für eine strafbare Pflichtverletzung durch die Polizei ergeben. „Die Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft machen die Polizei nicht von ihrer moralischen Mitverantwortung frei, aber sie widerlegen Legenden, dass die Polizei der eigentliche Schuldige für das Unglück gewesen ist“, sagte der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende Frank Richter.

Richter knüpft an die heute im Landtag präsentierten Fakten der Staatsanwaltschaft die Hoffnung, dass statt unbegründeter Schuldzuweisungen wieder das Interesse an einer sachlichen Aufklärung der Ursachen der Tragödie in den Vordergrund rückt. „Die Polizei hat bislang als Einzige öffentlich erklärt, dass es bei ihr während der dramatischen Stunden in Duisburg zu Fehlern gekommen sein kann, aber die Polizei ist weder für die vollkommen chaotische Planung der Loveparade verantwortlich, noch für das fehlerhafte Genehmigungsverfahren durch die Stadt Duisburg“, sagte Richter. „Deshalb erwarte ich, dass sich endlich auch die Verantwortlichen der Firma Lopavent und der Duisburger Oberbürgermeister ihrer Verantwortung stellen“.

Für nicht hinnehmbar hält die GdP zudem die Strategie von CDU und FDP im Düsseldorfer Landtag, vor allem Schaden von der eigenen Partei abzuhalten, statt zur Aufklärung der Duisburger Tragödie beizutragen. „Fragen nach der Mitverantwortung des Duisburger Oberbürgermeisters sind nicht deshalb unanständig, weil Herr Sauerland von der CDU kommt“, sagte Richter. „Und genauso muss gefragt werden, warum der ehemalige Innenminister Ingo Wolf (FDP) bislang an keiner einzigen Aussprache des Landtags über die Loveparade teilgenommen hat, obwohl er bis wenige Tage vor dem tragischen Unglück im Amt war.“