Zum Inhalt wechseln

GdP-NRW: Dezentrale Polizeiarbeit stärken

Düsseldorf.

Ein Jahr nach dem Amoklauf von Winnenden haben die Gewerkschaft der Polizei (GdP) und der Landkreistag Nordrhein-Westfalen, kommunaler Spitzenverband der Kreise in NRW, bei einem gemeinsamen Arbeitstreffen die Bedeutung der dezentralen Polizeiarbeit unterstrichen. Ob Strafverfolgung oder Verkehrsüberwachung, Verbrechensbekämpfung oder Gewaltprävention – Sicherheit fängt vor Ort an.

„Die Polizei profitiert von den Erkenntnissen, die wir auf kommunaler Ebene gewinnen, zum Beispiel in der Jugend- und Sozialarbeit, aber auch in den Bereichen Gesundheit, Ordnung, Ausländerwesen, Straßenverkehr und Umwelt“, erklärten Landrat Thomas Hendele, Vizepräsident und Vorsitzender des Polizeiausschusses beim Landkreistag NRW, und Landrat Dr. Armin Brux, Ennepe-Ruhr-Kreis, ebenfalls Vizepräsident beim Landkreistag. „Die einheitliche Führung durch die Landräte und ihre Zuständigkeit für verschiedene sicherheitsrelevante Bereiche ist von unbestreitbarem Vorteil für die Polizei“, unterstrich GdP-Landesvorsitzender Frank Richter.

Besonderen Handlungsbedarf sahen die Gesprächspartner in der Motivation der Polizeibeamten und in der personellen Ausstattung der Dienststellen. „Es kann nicht sein, dass besonders erfolgreiche Kreispolizeibehörden Personal abbauen müssen, weil die Kriminalität zurückgeht. Dann wären sie quasi Opfer des eigenen Erfolges. Das ist absolut demotivierend“, so die Landräte und die Gewerkschaftsvertreter. Im Hinblick auf die anstehende Reform des Dienstrechts in Nordrhein-Westfalen sollten die Nachwuchsgewinnung für die Polizei, die Eröffnung von Karrierechancen und eine flexible Gestaltung der Pensionsgrenzen je nach individueller Belastungssituation im Vordergrund stehen. „Die hohe Qualifikation der Polizeibeamten muss erhalten bleiben“, betonten die Vertreter beider Organisationen.