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GdP-NRW: Keine Bundesliga am Castor-Wochenende

Düsseldorf.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert als Konsequenz der völligen Überlastung der beim Castor-Transport eingesetzten Polizeibeamten einen sofortigen Stopp des Personalabbaus bei der Bereitschaftspolizei des Bundes und der Länder. „Dass die Polizisten in Gorleben zum Teil dreißig Stunden ohne Unterbrechung arbeiten mussten, dass es weder eine ausreichende Verpflegung noch genügend sanitäre Einrichtungen für die Polizisten gab, ist nicht das Ergebnis einer falschen Einsatzplanung, sondern einer völlig verfehlten Einstellungspolitik“, sagte der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende Frank Richter.

Richter weiter: „Allein in den vergangenen zwei Jahren sind beim Bund und den Ländern 2000 Stellen bei der Bereitschaftspolizei abgebaut worden. Weitere Stellenkürzungen sind bereits geplant. „Das Chaos, das wir in Gorleben erlebt haben, war voraussehbar. Es ist das Ergebnis einer dummen, kurzsichtigen Politik.“

Auch in NRW gibt es zu wenig Einsatzhundertschaften. „Bei uns wurden zwar keine Stellen bei der Bereitschaftspolizei gestrichen, aber die 18 Einsatzhundertschaften reichen längst nicht mehr, um den bestehenden Bedarf zu decken. Überlange Arbeitszeiten, gigantische Überstundenberge und serienweise Streichung der wenigen arbeitsfreien Wochenenden gehören längst zum Berufsalltag der Bereitschaftspolizei“, sagte Richter. Die GdP fordert deshalb seit langem den Aufbau von drei zusätzlichen Einsatzhundertschaften in NRW.

Um Großereignisse wie den Castor-Transport bewältigen zu können, dürfe es zudem an Wochenenden, an denen die Polizei ohnehin vollkommen überlastet ist, keine Bundesligaspiele mehr geben. „Bundesliga und Castor-Transport an einem Wochenende – das geht nicht. Beides zusammen sprengt die Kapazitäten der Polizei“, erklärte Richter.