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GdP-NRW: Kinder-Spitzel sind kein Wundermittel

Düsseldorf.

Der flächendeckende Einsatz von Kindern und Jugendlichen als Testkäufer zur Überprüfung des Verkaufsverbots von Alkohol an Heranwachsende geht an den Ursachen des wachsenden Alkoholmissbrauchs vorbei“, darauf hat der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende Frank Richter aufmerksam gemacht. „Wichtiger als der Einsatz von „Kinder-Spitzeln“ wäre es, die Eltern stärker in die Pflicht zu nehmen“, forderte Richter. „Sie müssen ermutigt werden, Anzeige gegen Geschäftsinhaber zu erstatten, die ihren Kindern illegal Alkohol verkaufen. Das wäre das wirksamste Mittel, um den wachsenden Alkoholmissbrauch nachhaltig zu bekämpfen.“

Der Einsatz sogenannter „Kinder-Spitzel“ hält Richter nur in gesetzlich klar definierten Ausnahmefällen für zuverlässig, wenn andere Mittel zur Überprüfung des Verkaufsverbots nicht greifen. „Sie müssen die Ausnahme bleiben, weil der Staat sonst Jugendliche flächendeckend zum Begehen von Ordnungswidrigkeiten anhalten würde. Das geht in einem Rechtsstaat nicht“, betonte Richter. Zudem sei deren Wirkung begrenzt. „Kinder-Spitzel sind kein Wundermittel, um den illegalen Alkoholverkauf zu unterbinden, sie können das Problem allenfalls reduzieren.“