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GdP-NRW: Landesregierung tut zu wenig gegen steigende Jugendkriminalität

Düsseldorf.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert ein entschiedeneres Vorgehen der Landesregierung gegen die steigende Jugendkriminalität. Die Zahl von Jugendlichen und Heranwachsenden, die mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist, ist 2008 um 2,0 Prozent gestiegen, auf 140 138 Tatverdächtige unter 21 Jahren. „Es reicht nicht, wenn Innenminister Wolf den Rückgang aller Straftaten in NRW um 2,8 Prozent als Erfolg feiert, den negativen Trend bei den Heranwachsenden und Jugendlichen aber verharmlost“ erklärte der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende Frank Richter. „Die Politik muss zudem der mehr als 1000 jugendlichen heranwachsenden Intensivtäter mehr Aufmerksamkeit schenken.“

Konzepte dazu, wie eine bessere Zusammenarbeit zwischen Polizei und Justiz, eine schnelle Reaktion auf die Straftaten und eine unmittelbare Zuständigkeit von Polizei- und Justizbehörden für einzelne Intensivtäter, liegen seit langem vor, sie würden aber nur halbherzig umgesetzt, kritisiert die GdP. Das gelte auch für die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Schulen und Kommunen. „Die Konzepte werden jedoch wegen fehlender Finanzmittel nur halbherzig umgesetzt. Hier spart die Politik am falschen Ende“, moniert Richter. „Wir müssen dafür sorgen, dass Kinder und Heranwachsenden erst gar nicht kriminell werden, statt sie in einem schwierigen Alter allein zu lassen.“ Präventive Jugendarbeit sei zudem wesentlich kostengünstiger, als eine spätere Strafverfolgung und Wiedereingliederung straf-fällig gewordener Jugendlicher.

Positiv wertet die GdP neben dem Rückgang der Gesamtzahl aller Straftaten auch den erneuten Anstieg der Aufklärungsquote im vergangenen Jahr. „Das zeigt, dass die Polizei in Nordrhein-Westfalen sehr professionell arbeitet.“