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GdP-NRW: Nach Kölner Mordversuchen - Nicht diskutieren, sondern handeln!

Düsseldorf.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat die nordrhein-westfälische Landesregierung aufgefordert, nach dem Mordversuch von drei Jugendlichen an Kölner Polizeibeamten, die seit langem vorliegenden Konzepte zur Bekämpfung der rasant gestiegenen Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen endlich umzusetzen

„Bei Gewaltdelikten, die von Jugendlichen begangen werden, haben wir seit Jahren Zuwachsraten im zweistelligen Bereich. Oft werden die Gewalttaten ohne jeden erkennbaren Grund begangen. Es ist Gewalt um der Gewalt Willen. Darauf muss die Politik reagieren“, fordert der GdP-Vorsitzende Frank Richter. Nach Meinung der GdP ist es nicht akzeptabel, dass bei Heranwachsenden zwischen dem Begehen einer Straftat und der Verurteilung durch die Gerichte oft mehr als ein Jahr vergeht. „Dadurch geht jeder erzieherische Effekte von Strafen bei den Jugendliche verloren. Der Staat bestärkt durch sein Nichtstun die Jugendlichen geradezu in ihrer fatalen Annahme, dass es cool sei, gewalttätig aufzutreten“, erklärte Richter.

Nach Meinung aller Experten könnte die wachsende Zahl von Gewaltdelikten bei Jugendlichen erheblich reduziert werden, wenn es zu einer intensiveren Zusammenarbeit von Polizei, Straffverfolgungsbehörden, Gerichten und Jugendämtern kommen würde. „Die Konzepte dafür sind seit langem bekannt, aber sie werden kaum umgesetzt“, kritisiert Richter.

Die beteiligten Jugendlichen beim Kölner Mordversuch waren 14, 15, und 16 Jahre alt. Dass es bei ihrem Überfall auf die Polizei nicht zu Toten gekommen ist, ist nur dem umsichtigen Verhalten der beiden Polizeibeamten zu verdanken, die von den Jugendlichen mit Hilfe eines Notrufs an den Tatort gelockt worden waren. „Wenn die Politik nicht endlich handelt, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis wir in einem vergleichbaren Fall mit toten Polizeibeamten rechnen müssen“, fürchtet der GdP-Vorsitzende.