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GdP-NRW: Schimmelschnitzel sind kein Einzelfall

Düsseldorf.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert als Konsequenz aus dem Mettmanner Schimmelskandal, dass die Privatisierung der Einsatzverpflegung rückgängig gemacht wird. „Dass in Mettmann verschimmelte Schnitzel an Polizeibeamte ausgegeben worden sind, ist kein Zufall. Ähnliche Vorfälle können sich jeder Zeit auch in anderen Polizeibehörden wiederholen“, warnte der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Peter Hugo.

Ernst Anfang Juni waren bei einem Stadtfest in Wuppertal ungenießbare Buletten an die Polizisten verteilt worden. „Die Polizei muss die Einsatzküchen wieder selbst übernehmen, bevor es zu ernsthaften Sicherheitsproblemen kommt, weil unsere Kolleginnen und Kollegen reihenweise wegen Lebensmittelvergiftung, fehlender Getränke bzw. unhygienischer Verpackung ausfallen“, fordert Hugo.

Bereits im Vorfeld des Mettmanner Schimmelskandals hatte die GdP wiederholt auf die massiven Qualitätsprobleme bei der Einsatzverpflegung hingewiesen. Nach Erkenntnissen der GdP entspricht die von den privaten Dienstleistern gelieferte Einsatzverpflegung nicht den Anforderungen, die sich aus der Arbeitssituation und der Arbeitsbelastung der Polizei ergeben. Zudem hat die Privatisierung der Einsatzküchen der Polizei zu erheblichen Mehrkosten geführt, für die der Steuerzahler aufkommen muss. „Privat vor Staat ist nicht billiger, sondern schlechter. An der Rückführung der Einsatzverpflegung in einen Eigenbetrieb der Polizei führt deshalb kein Weg vorbei“, sagte Hugo.

Als Sofortmaßnahme müssten die Polizeibehörden zudem die Möglichkeit bekommen, selber wieder zu entscheiden, bei welchem Caterer sie die Verpflegung für die Einsatzkräfte bestellen. Seit Ende April ist das für jede Behörde nur noch bei einem vom Innenministerium bestimmten Lieferanten möglich.