Zum Inhalt wechseln

GdP-NRW fordert Abrüstung in den Wohnzimmern

Düsseldorf.

In NRW gibt es mehr als 300 000 registrierte Waffenbesitzer. Über eine Millionen Waffen lagern in Privathaushalten und in Vereinsheimen von Sportschützen und Jägern. Das belegen die Zahlen der 47 Polizeibehörden in NRW, bei denen sich die Waffenbesitzer registrieren müssen. Für die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sind das entschieden zu viele Waffen. „Dass in Nordrhein-Westfalen jeder 50. Einwohner über 18 Jahre eine Waffe besitzt, ist vollkommen irrational. Wir brauchen dringend eine Abrüstung in den Wohnzimmern“, sagte GdP-Landesvorsitzender Frank Richter.

"Spätestens seit den Amokläufen von Winnenden und Lörrach muss jedem klar sein, dass eine Waffe kein Spielzeug ist, sondern dass von ihr potentiell eine tödliche Gefahr ausgeht. Deshalb muss sich jeder, der eine Waffe zu Hause hat, fragen, ob er sie wirklich braucht.“

Zudem fordert die GdP eine konsequente Anwendung des bestehenden Waffenrechts. „Wer eine Waffe zu Hause aufbewahrt, muss jederzeit damit rechnen, dass von der Polizei kontrolliert wird, ob er die Waffe richtig weggeschlossen hat. Das muss vor Ort geschehen. Die in den meisten Polizeibehörden üblichen schriftlichen Anfragen allein, reichen nicht aus“, sagte Richter.

Nach Erkenntnissen der GdP sind die meisten Polizeibehörden in NRW zu echten Kontrollen vor Ort personell nicht in der Lage. Die GdP fordert deshalb, dass die Zahl der Polizeibeamten, die die sichere Aufbewahrung der Waffen kontrolliert, aufgestockt wird. „Wo vor Ort nicht genügend Polizeibeamte zur Verfügung stehen, müssen zusätzliche Tarifbeschäftigte eingestellt werden. An den Kosten müssen die Waffenbesitzer beteiligt werden. Schließlich werden auch andere Hobbys nicht von den Steuerzahlern finanziert.“