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GdP-NRW warnt vor den Folgen des teuren Nichtstuns

Düsseldorf.

Weil die Landesregierung noch immer kein betriebliches Gesundheitsmanagement für die Polizei entwickelt hat, entstehen dem Land Personalkosten für Polizeibeamte, die krank oder aus Gesundheitsgründen nur bedingt einsatzfähig sind, in Höhe von 290 Millionen Euro im Jahr. Darauf hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in der heutigen Expertenanhörung des Innenausschusses hingewiesen. „Ein erheblicher Teil der Ausgaben ließe sich vermeiden, wenn das Land mehr in die Verhinderung gesundheitsschädlicher Arbeitsbedingungen investieren würde“, erklärte GdP-Landesvorsitzender Frank Richter während der Anhörung. „Wenn es uns gelingen würde, den Krankenstand bei der Polizei zumindest um ein Prozent zu senken, ständen uns jeden Tag 400 Polizisten mehr zur Verfügung“, sagte Richter.

Bestätigt sieht sich die GdP in ihrer Forderung nach einem betrieblichen Gesundheitsmanagement für die Polizei durch die Erfahrungen der Bundesländer Sachsen-Anhalt, Berlin und Niedersachsen, die bereits vor mehreren Jahren entsprechende Systeme eingeführt haben. Zwei Drittel aller dort anfallenden Ausfalltage gehen auf nur drei Ursachen zurück, auf Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, der Atemwege und auf Verletzungsfolgen. Alle drei Krankheitsbilder lassen sich erfolgreich bekämpfen. Zum Beispiel durch eine bessere ergonomische Ausstattung der Einsatzfahrzeuge, durch einen besseren Schutz gegen Verletzungen und durch mehr Dienstsport.

„In NRW gibt es allenfalls erste Ansätze für ein Gesundheitsmanagement“, beklagte Richter. Der Sporterlass liege beispielsweise bis zum heutigen Tag nur als Entwurf vor. Das bereits seit 2004 vorgeschriebene betriebliche Eingliederungsmanagement für Langzeiterkrankte nach dem SGB IX finde bei der Polizei zu wenig Beachtung.