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Bei der Polizei gibt es kein Sommerloch – Einsatzlage nimmt zu!

- GdP Niedersachsen macht auf Belastungen aufmerksam

Hannover.
Wenn andere Beschäftigte mit ihren Kindern in den wohlverdienten Sommerferien sind und ausspannen können, steigt die Arbeit für die Polizei an und stellt sich aufgrund der noch geringeren Personaldecke in der Ferienzeit als extrem belastend dar. Darauf weist die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Niedersachsen hin. Die Sommermonate sind geprägt von Feiern, Grillveranstaltungen und Stadtfesten, die oft einhergehen mit Ruhestörungen sowie Streitigkeiten. Hinzu kommen steigende Zahlen von Fahrraddiebstählen, Einbrüchen in der Ferienzeit, Badeunfällen und starker Reiseverkehr mit Unfällen. Daneben hat das Maschseefest in Hannover begonnen, die Fußballsaison in der 2. und 3. Liga sowie in der Regionalliga ist gestartet, die erste Runde im DFB-Pokal wird vom 15. bis 17. August ausgespielt und die Bundesliga geht am 22. August in die neue Spielzeit. Zusätzlich wird an diesem Wochenende in Bad Nenndorf erneut ein Naziaufmarsch mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften stattfinden und hinzu kommen weitere Demonstrationen zum Thema Palästina-Israel-Konflikt, die die Polizei in Anspruch nehmen.

Dietmar Schilff, Vorsitzender der GdP Niedersachsen: "Die Belastung der Polizei in Niedersachsen nimmt stetig zu. Die anstehenden Aufgaben können nur mit einer personalstarken Bereitschaftspolizei und ausreichend Personal in den Flächendirektionen bewältigt werden. Wenn Einsatzkräfte in der Bepo fehlen, muss dies durch die regionalen Polizeibehörden kurzfristig kompensiert werden, so dass weniger Polizeibeamtinnen und -beamte im alltäglichen Dienst vorhanden ist."

Frank Jürges, Vorsitzender der Bezirksgruppe Zentrale Polizeidirektion: "Schon heute unterstützt die Bepo die regionalen Polizeidirektionen zielorientiert in einer Größenordnung von rund 80 Kolleginnen und Kollegen. Zum 1. Oktober wird der Personalbestand der Bepo weiter reduziert. Damit steht eine gesamte Hundertschaft nicht mehr zur Verfügung. Eine fortlaufende Reduzierung der Bepo ist nicht akzeptabel und führt zu einer weiteren Belastung der Kolleginnen und Kollegen in den verbleibenden Hundertschaften.“

Mittel- bis langfristig helfe nur eine Aufstockung der derzeitigen Personalstärke der Polizei, um den Standard zu garantieren und damit dem Sicherheitsinteresse der Menschen im Flächenland Niedersachsen zu entsprechen. Es werde immer schwieriger, die notwendige Stärke vor Ort zu realisieren und es müsse zunehmend improvisiert werden, betont Dietmar Schilff. "Die Landesregierung hat die wichtigen Themen Bildung und Arbeit als Schwerpunkte ihrer Politik festgelegt, dennoch darf der ebenso wichtige Anspruch der Bevölkerung nach Innerer Sicherheit nicht aus den Augen verloren werden", fordert der GdP-Landesvorsitzende, der zudem stellvertretender Bundesvorsitzender der GdP ist.