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GdP Niedersachsen: Die Polizei Niedersachsen braucht Verstärkung

Hannover.

Mit einem Pressegespräch hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) die Kampagne „Wir brauchen Verstärkung“ in Niedersachsen gestartet und auf erhebliche Personalprobleme hingewiesen. „Bundesweit wurden seit der Jahrtausendwende mehr als 16.000 Stellen bei der Polizei abgebaut, was für uns völlig inakzeptabel ist und auch in Niedersachsen Schwierigkeiten macht“, sagt der GdP-Landesvorsitzende Dietmar Schilff, der zudem stellvertretender Bundesvorsitzender ist. Diesen Missstand greife die Kampagne auf.

„Niedersachsen hat zwar mit rund 18.450 Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten den rein zahlenmäßig höchsten Stand erreicht, doch das ist nur die halbe Wahrheit. Die Landespolizei schiebt nämlich aktuell schon wieder 1,45 Millionen Überstunden vor sich her, was deutlich zeigt, dass wir rasch mehr Personal benötigen“, führte Schilff vor Journalisten aus. Gründe dafür seien unter anderem die gestiegenen Einsatzbelastungen in Niedersachsen selbst sowie die zunehmende Unterstützung in anderen Bundesländern. „2014 hat die niedersächsische Bereitschaftspolizei 170.000 Stunden in anderen Ländern unterstützt, 2015 waren es schon 470.000 Stunden. Das liegt vor allem am bundesweiten Personalabbau und darf kein Dauerzustand sein“, konstatierte er. In seiner Funktion als stellvertretender GdP-Bundesvorsitzender verlangte Schilff darum umgehende Neueinstellungen auch für die übrigen Landespolizeien und die Bundespolizei.

Ein weiterer Grund für den zusätzlichen Personalbedarf in Niedersachsen zeige sich außerdem durch die Teilzeitbeschäftigungen und den hohen Krankenstand. „Im Polizeivollzug gibt es 24 Prozent Frauen, was wir sehr befürworten. Von ihnen arbeiten jedoch zirka 30 Prozent in Teilzeit, so dass die Zahl der Vollzeitstellen faktisch nur bei 17.600 liegt. Mit Blick auf den hohen Krankenstand bei der Polizei insgesamt, der bei über acht Prozent liegt, wird deutlich, warum wir auch in Niedersachsen dauerhaft erhöhte Einstellungszahlen benötigen. Wir fordern deshalb jedes Jahr mindestens 1.000 neue Studierende bei der Polizei sowie weitere Vorratseinstellungen aufgrund des demografischen Wandels“, betonte Dietmar Schilff.

Die am 12. Februar in Niedersachsen gestartete Kampagne will durch Plakate auf die Personalnot aufmerksam machen und ermutigt die Bevölkerung, sich mithilfe der Homepage www.wir-brauchen-verstärkung.info an die Politik zu wenden und die Forderungen der GdP zu unterstützen.