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GdP Niedersachsen: Sorgen um Polizeikräfte werden größer - „Beratung ausbauen“

Hannover.

Die niedersächsische Gewerkschaft der Polizei (GdP) macht sich angesichts der ständig steigenden Einsatzbelastung - wie am kommenden Wochenende - verstärkt Sorgen um die Gesundheit der Polizeikräfte. Unter anderem wird es Samstag zu einem NPD-Aufzug in Göttingen und zu einer AfD-Kundgebung in Hannover mit zu erwartenden Gegenprotesten kommen. In Stade gibt es am gleichen Tag unter dem Titel „Gemeinsam für Deutschland“ ebenfalls eine brisante Versammlung mit großem Polizeiaufgebot.

"Extreme Herausforderungen"

Gleich zwei heikle Fußball-Partien finden am Sonntag statt: In der Landeshauptstadt treffen die Zweitligisten Hannover 96 und Dynamo Dresden aufeinander, während in Braunschweig fast zeitgleich die Reserve-Teams der Eintracht und des Konkurrenten Hannover gegeneinander spielen. Darüber hinaus werden in Osnabrück bei einem Rockertreffen mehr als tausend Teilnehmer erwartet und es gibt zahlreiche Schützenfeste sowie Veranstaltungen rund um die Kommunalwahl am Sonntag.

„Zur ohnehin gestiegenen Alltagsbelastung kommt fortwährend eine Vielzahl von Einsätzen hinzu, die unsere Polizistinnen und Polizisten vor extreme körperliche und psychische Herausforderungen stellt. Das bereitet uns große Sorge“, gibt der GdP-Landesvorsitzende Dietmar Schilff auch angesichts der gestiegenen Gewaltbereitschaft gegenüber der Polizei zu bedenken. Die Krankenquote sei schon jetzt viel zu hoch. Darum müsse der kontinuierliche Ausbau der Regionalen Beratungsstellen (RBS) erfolgen, bei denen sich die Kolleginnen und Kollegen, auf Wunsch auch diskret, Rat und Hilfe holen können.

Beratung kommt an personelle Grenzen

„Die flächendeckenden Angebote zur psychosozialen Hilfe bei besonders belastenden Einsätzen sind in Niedersachsen bewährt. Doch die Beratung kommt nach unserer Einschätzung an ihre personellen Grenzen, um der steigenden Nachfrage zu entsprechen“, sagt der GdP-Landesvorsitzende. Außerdem ermutigt er alle betroffenen Polizeibeamtinnen und -beamten, von den Einrichtungen, die bei den Polizeidirektionen angesiedelt sind, bei Bedarf trotz der dort angespannten Personallage Gebrauch zu machen und fordert den Dienstherrn ausdrücklich auf, die Inanspruchnahme zu unterstützen.

Neben einer dauerhaft höheren Anzahl von Polizeibeschäftigten bleiben unter anderem die GdP-Forderungen nach ausreichend Regenerationszeiten, Vorsorgekuren und besserer Bezahlung bestehen.