Zum Inhalt wechseln

GdP Niedersachsen weist auf extreme Belastungen durch Schichtdienst hin

Hannover.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Niedersachsen weist auf die besonderen Belastungen des Schichtdienstes hin und fordert neue Lösungsansätze. Bei einer GdP-Tagung hatten Fachleute am 9. Juli 2014 den Themenbereich von verschiedenen Seiten beleuchtet und eindringlich auf drohende gesundheitliche und soziale Folgen hingewiesen. „Schichtdienst ist und bleibt Knochenarbeit! Er muss attraktiver gemacht werden, um die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen und ihre Bedürfnisse stärker zu berücksichtigen“, fordert der GdP-Landesvorsitzende Dietmar Schilff.

Als Grundvoraussetzung sei dazu ausreichend Personal erforderlich. „Vor allem aber müssen endlich einige Tatsachen angegangen werden, die uns aus der polizeilichen Praxis schon lange bekannt sind und die nun von externen Fachleuten bestätigt wurden: Wechselschichtdienste können krank machen, wenn die Kolleginnen und Kollegen nicht genug Zeit zur Regeneration bekommen“, führt Schilff aus. Auch soziale Folgen müssten in den Dienstplänen stärker berücksichtigt werden, um Polizistinnen und Polizisten ein intaktes Familienleben und genügend Freizeit zu gewährleisten.

„Und nicht zuletzt werden bei der Polizei Niedersachsen immer noch lächerliche Nacht-, Wochenend- und Feiertagszuschläge gezahlt“, erläutert Schilff mit Blick auf die Regelungen des „Dienstes zu ungünstigen Zeiten“ (DUZ). „Zwischen 20 Uhr am Abend und 6 Uhr am Morgen werden beispielsweise 1,28 Euro pro Stunde mehr bezahlt. Das ist lächerlich und keinerlei Wertschätzung für die oftmals besonders schwierige Nachtarbeit! Wir fordern mindestens 5 Euro DUZ pro Stunde, um wenigstens einen angemessenen finanziellen Ausgleich zu erhalten“, verlangt Schilff.

Die zurückliegende Fachtagung wird vom GdP-Landesvorsitzenden zum Anlass genommen, mit den politisch und polizeilich Verantwortlichen über die spezielle Problematik des Schichtdienstes zum wiederholten Male ins Gespräch zu kommen.