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GdP-Niedersachsen: Unfälle mit Einsatzfahrzeugen durch fehlendes Fahrsicherheitstraining

Hannover.

Die seit einigen Tagen wieder im Focus der Öffentlichkeit stehende Frage von Unfällen mit Einsatzfahrzeugen hat u. a. ihre Ursachen in den Sparmaßnahmen der s. g. Verwaltungsmodernisierung, die auch die Polizei betraf. Das Fahrsicherheitstraining wurde von 8 Tagen auf ca. 1,5 Tage gekürzt. Die GdP fordert bessere und kontinuierliche Aus- und Weiterbildung für Einsatzkräfte.

Verkehrsunfälle, in denen Einsatzfahrzeuge der Polizei verwickelt sind, werden von der Öffentlichkeit besonders wahrgenommen. Dies umso mehr, wenn nicht nur Sachschäden, sondern auch Personenschäden registriert werden müssen.

2007 wurde bei der Polizei die zentrale Landesfahrschule aufgelöst. Seitdem gibt es nur noch in der Polizeidirektion Hannover sog. Fahrsicherheitstrainer. Bis zur Auflösung wurden niedersächsische Polizeibeamtinnen und -beamte in einem speziellen Fahrsicherheitstraining 8 Tage ausgebildet. Mit Errichtung der Polizeiakademie Niedersachsen wurde im Rahmen der Neuausrichtung der Aus- und Fortbildung unter Berücksichtigung der Verwaltungsmodernisierung dieses Fahrsicherheitstraining auf nur noch ca. 1,5 Tage zusammengestrichen.

Die Gewerkschaft der Polizei fordert in diesem Zusammenhang ein neues landesweites Konzept zur Aus- und Fortbildung der Polizeieinsatzkräfte. „Für Polizeibeamtinnen und -beamte ist das Dienstkraftfahrzeug eines der wichtigsten Einsatzmittel überhaupt. Deswegen ist es wichtig und erforderlich, dass eine an der Praxis orientierte Aus- und Fortbildung stattfindet. Genau wie unsere Kolleginnen und Kollegen regelmäßig an der Polizeiwaffe fortgebildet werden, muss auch die Fahrsicherheit in bestimmten Abständen trainiert werden, um Defizite gar nicht erst entstehen zu lassen“, das sagte der Chef der GdP Niedersachsen Bernhard Witthaut.

Die GdP fordert, dass sich das Fahrsicherheitstraining an so realistischen Situationen wie möglich orientiert. Dazu muss aber kein Hochgeschwindigkeitstraining in geschlossenen Ortschaften und im öffentlichen Verkehrsraum durchgeführt werden. Bayern hat als einziges Bundesland für die Polizei einen Fahrsimulator für ca. 300.000 € angeschafft. Dies könnte auch ein Ziel für eine gemeinsame Anschaffung im Verbund der Norddeutschen Länder sein.

Bernhard Witthaut zum Abschluss: „Nicht rasen muss auf dem Trainingsplan der Polizei stehen, sondern vorsichtiges, umsichtiges und der jeweiligen Situation angepasstes Fahren.“