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GdP-Niedersachsen gegen Castortransport 2011

Hannover.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert den Verzicht auf einen Castortransport 2011. „Die hohe Einsatzbelastung der Polizei, der mangelnde zeitliche Planungsvorlauf und die noch ausstehende Diskussion um die Auswirkungen der Kehrtwende in der Atompolitik sprechen dafür, den Transport nach Gorleben dieses Jahr nicht durchzuführen“, sagt Niedersachsens GdP-Landesvorsitzender Dietmar Schilff.

Die Terminierung des Transportes sei bislang noch unklar und damit auch der notwendige zeitliche Vorlauf zur Planung des Einsatzes. „Die Durchführung noch in diesem Jahr ist äußerst problematisch, will man nicht in die Vorweihnachtszeit geraten. Hinzu kommt, dass aufgrund der zu kurzen Planungs- und Beschaffungszeiten vorhersehbar ist, dass die Unterbringungsstandards nicht mehr in vollem Umfang eingehalten werden können“, erläutert Schilff.

Die GdP hatte bereits im Frühjahr zum offenen Diskurs über die Endlagerfrage in der Bundesrepublik aufgefordert, bei dem auch Gorleben und Schacht Konrad betrachtet werden sollten. Zudem muss aus Sicht der GdP die Kostenbeteiligung von Bund, Ländern und der Atomwirtschaft intensiv forciert werden. Zu dieser Diskussion sei es - zumindest öffentlich vernehmbar - bislang nicht gekommen. Darüber hinaus gibt es nach Aussagen von Schilff noch weitere ungeklärte Fragen. So lägen bislang Antworten auf gestellte Fragen zur Strahlenbelastung beim Castortransport 2010 noch nicht gänzlich vor. „Aus Sicht der GdP muss die Sicherheit der Bevölkerung und unserer eingesetzten Kolleginnen und Kollegen garantiert werden können, bevor über einen neuen Transport nachgedacht werden kann. Letztlich ist ein Einsatz, für dessen Planung nicht genügend Zeit zur Verfügung gestanden hat, ein weiterer Risikofaktor. Wir appellieren deshalb an die politisch Verantwortlichen, von einem Transport in diesem Jahr abzusehen“, betont der GdP-Landesvorsitzende.