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GdP zu Kölner Übergriffen auf Frauen

GdP-Vize Plickert weist voreilige Schuldzuweisung der Polizei zurück

Berlin/Düsseldorf.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) warnt nach den massiven sexuellen Übergriffen auf Frauen in Köln vor vorschnellen Schlussfolgerungen. Die Aufarbeitung der Straftaten in der Silvesternacht im unmittelbaren Umfeld des Hauptbahnhofes stehe noch am Anfang, sagte der stellvertretenden GdP-Bundesvorsitzende Arnold Plickert am Mittwoch in Düsseldorf. "Deshalb ist es sehr verwunderlich, wenn aus den Reihen der Politik bereits massive Kritik an der polizeilichen Arbeit laut wird. Dabei wird so getan, als ob schon alles klar ist und die entstandene Lage am Kölner Dom im Vorfeld in diesem Ausmaß bei der Lageeinschätzung vorhersehbar war. Diese Fälle von Diebstahl beim sogenannten Antanzen von Opfern sei der Polizei seit Längerem bekannt, die sexuellen Übergriffe der Täter dabei aber neu", betonte Plickert und wies damit auch die öffentlich gemachten Fragestellungen von Bundesinnenminister Thomas de Maiziere an die Adresse der Polizei zurück.

Viel wichtiger sei es jetzt, so Plickert weiter, sich gemeinsam darüber zu verständigen, wie diese offenbar neue Form der Kriminalität und solche Vorfälle in Zukunft verhindert werden können. "Diese Straftaten gegenüber Frauen sind unerträglich und nicht hinnehmbar. Wenn Frauen sexuell belästigt werden, ist das ein massiver Eingriff in ihre Grundrechte und erniedrigend. Deshalb ist es wichtig, die Hintergründe der Taten rückhaltlos aufzuklären und die Täter konsequent zu bestrafen", forderte Plickert, der zugleich GdP-Landesvorsitzender von Nordrhein-Westfalen ist. Dazu müsse der gesetzliche Strafrahmen so gestaltet werden, dass beispielsweise von unseren Kolleginnen und Kollegen festgenommene Trickdiebe, die häufig Wiederholungstäter seien, nach der erkennungsdienstlichen Behandlung nicht wieder auf freien Fuß kämen. Wichtig seien ein beschleunigtes Strafverfahren und eine entsprechende Verurteilung.

Bei der Aufklärung der Übergriffe dürfe zugleich nichts verschwiegen werden, auch wenn das zu Ergebnissen führen sollte, die politisch unangenehm seien, sagte Plickert.




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