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GdP-Vize im ZDF-Mittagsmagazin

Radek: Syrischen Flüchtlingen "mörderische Route" Richtung Westeuropa ersparen

Schleuserkriminalität: GdP-Bayern-Chef Peter Schall im BR-Interview

Berlin.

Vor dem Hintergrund der äußerst schwierigen Flüchtlingssituation am Münchner Hauptbahnhof hat der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Jörg Radek mit deutlichen Worten vor einem Kollaps der Sicherheitsbehörden gewarnt. "Die Bundespolizei ist an ihrer Belastungsgrenze angelangt. Dieser Zustand dauert jedoch schon seit drei Jahren an", sagte der GdP-Vize am Dienstag im ZDF-Mittagsmagazin angesichts der aktuellen Lage an der Grenze und in den Erstaufnahmestellen in Bayern. Mit schnellen politischen Lösungen rechne er jedoch nicht: "Als Gewerkschafter bin ich gewohnt, dass die Politik Illusionen verkauft."

Auf das Problem der Abschiebung abgelehnter Asylbewerber angesprochen sagte er, um diese Aufgabe richtig durchsetzen zu können, reiche das Personal längst nicht aus. Deshalb schlug Radek vor, dass Asylsuchende bereits vor Ort in ihrem Land oder auf türkischem Gebiet Asylanträge stellen können sollten. Das erspare ihnen nicht nur die "mörderische Route" Richtung Westeuropa, sondern mache auch das Geschäftsmodell brutaler Schleuser kaputt.


GdP-Vize Jörg Radek im Gespräch mit Mittagsmagazin-Moderator Norbert Lehmann. Foto: Zielasko


Link: Bayerns GdP-Chef Peter Schall im Bayerischen Rundfunk zum Thema "Schleuserkriminalität".
GdP-Landesvorsitzender Peter Schall bezieht im BR-Rundschau Magazin Stellung zur Personalsituation der Polizei angesichts der aktuellen Flüchtlingszahlen und zur Strategie der Polizei bei der Jagd auf die Hintermänner der Schleuserkriminalität.


GdP Bundespolizei kritisiert ungarisches Vorgehen in Flüchtlingsfrage
Angesichts der Ankunft weiterer hunderter Flüchtlinge kritisiert Jörg Radek, Vorsitzender des Bezirks Bundespolizei in der Gewerkschaft der Polizei (GdP), das Vorgehen einiger EU Staaten hart. „Wenn Staaten wie etwa Ungarn die Flüchtlinge ohne Vorankündigung nur durchwinken, stellen sie das Dubliner Abkommen zur Disposition und dies zeugt von schlechter Nachbarschaft. Wir haben jetzt in Europa eine besondere Lage. Menschen kommen aus Kriegs- und Krisengebieten zu uns und brauchen unsere Hilfe. Hier muss einvernehmlich von der Europäischen Gemeinschaft gehandelt werden. Europa hat eine Vorbildfunktion, wenn es um Menschlichkeit geht! EU- Mitglieder können sich nicht nur die Subventionsrosinen herauspicken und den anderen EU-Staaten die kalte Schulter zeigen, wenn es weniger kuschelig ist. Die EU ist gefordert die Staaten zu unterstützen und möglichst umgehend einen Masterplan zu entwickeln. “

Die Gewerkschaft der Polizei sehe in dem Zuzug der Flüchtlinge jedoch auch eine große Chance für unser Land. „Viele der Menschen, die zu uns kommen, sind gut ausgebildet und hoch motiviert. Sie können uns helfen, die Risiken des demographischen Wandels zu mildern, wenn wir sie in unseren Arbeitsmarkt integrieren.“ so Radek weiter. Die GdP begrüßt ausdrücklich die Überlegungen, mit denen die Kommunen deutlich stärker unterstützt werden sollen. „Notwendig ist auch, dass die Politik erkennt, dass auch die Bundespolizei, die an den Grenzen die Flüchtlingsströme aufzunehmen hat, mehr konkrete Unterstützung erfährt als nur warme Worte in Sonntagsreden“ forderte Radek am Dienstag in Berlin.