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Mai-Einsatz läuft:

GdP zieht erste positive Bilanz nach umsichtigen Polizeieinsatz

Berlin.

Wenige Stunden vor Beginn der sogenannten Revolutionären 1. Mai-Demonstrationen in Hamburg und Berlin mit erwarteten mehreren zehntausend Teilnehmern zieht die Gewerkschaft der Polizei (GdP) nach der in der Hauptstadt weitgehend friedlich verlaufenden „Antikapitalistischen Walpurgisnacht“ eine erste positive Bilanz. GdP-Beobachtern zufolge zogen fast 3.000 Demonstranten vom Berliner Bezirk Wedding in die Nähe des Mauerparks in Prenzlauer Berg. Während des Zuges kam es zu vereinzelten Stein- und Flaschenwürfen, Scheiben von Bushaltestellen wurden zerstört sowie Explosivmittel gezündet und bengalische Feuer abgebrannt. Rund 2.400 Polizeibeamte waren im Einsatz. Dabei wurden die Berliner Kräfte von Polizeien mehrerer Bundesländer unterstützt. In den engeren Passagen der Demostrecke schaukelte sich die Stimmung immer wieder auf, kippte aber auch aufgrund der umsichtigen Polizeitaktik nicht. Die Teilnehmer protestierten hauptsächlich gegen die steigenden Mieten in der Stadt, kritisierten jedoch zudem die aktuelle Flüchtlingspolitik und wandten sich gegen Rechtsextremismus.

Zwei von der NPD angemeldete Demonstrationen in den Berliner Bezirken Lichtenberg und Marzahn blieben am Freitag nach vorläufigen GdP-Informationen (16.30 Uhr) friedlich und verliefen weitgehend störungsfrei. Hunderte Gegendemonstranten hatten sich einer deutlich geringeren Zahl von NPD-Anhängern entgegengestellt. Die Polizei trennte die Gruppen erfolgreich.



Bengalisches Feuer im "Schwarzen Block".


Nach Angaben von „Frankfurter Allgemeine Online“ berichtete der Berliner Polizeisprecher Stefan Redlich zunächst von vier Festnahmen unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Vermummungsverbot. Später erhöhte sich die Zahl auf insgesamt 15. Ein Polizist wurde leicht verletzt.

Der Veranstalter der Antikapitalismus-Demonstration sprach gegenüber dem „Tagesspiegel“ von einer guten und lauten Demonstration. „Unser Konzept ist aufgegangen“, sagte Polizeisprecher Redlich der Zeitung. Innensenator Frank Henkel (CDU) habe sich dem Blatt zufolge nach Abschluss der Demonstration zufrieden gezeigt und der Polizei zu einem „hervorragenden Job“ gratuliert.



Feuerwerk am Rande der Demonstration.


Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) bekräftigte ihren Aufruf zu friedlichen Demonstrationen und Kundgebungen rund um den 1. Mai auf. „Die über 10.000 bundesweit eingesetzten polizeilichen Einsatzkräfte sind auf ihre Aufgabe gut vorbereitet und werden gegebenenfalls Gewalttäter konsequent dingfest machen“, sagte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow am Freitag in Hamburg. Wer das Versammlungsrecht missbrauche, um Straftaten zu begehen, stelle sich vorsätzlich außerhalb des Gesetzes und verliere sein Recht auf freie Meinungsäußerung.



Vor dem Einsatz Informationen aus erster Hand: Wolfgang Sommer (m.), Präsident der Bayerischen Bereitschaftspolizei, im Gespräch mit Oliver Bendixen, Reporter vom Bayerischen Rundfunk, und "DEUTSCHE-POLIZEI"-Redakteur Wolfgang Schönwald (l.).


Malchow kritisierte den starken polizeilichen Kräfteeinsatz mit hohen Belastungen und schweren Belastungen für seine Kolleginnen und Kollegen. „Die unrühmliche Tradition eskalierender Demonstrationen vor allem in Hamburg und in Berlin macht jedoch seit Jahren den Einsatz Tausender Einsatzkräfte nötig.“

Der GdP-Bundesvorsitzende wünschte den Beamtinnen und Beamten weiterhin einen guten und verletzungsfreien Einsatz. Malchow wird sich am Freitag ein Bild der Einsatzlage in Hamburg machen. Auch in der Hansestadt sei die Walpurgisnacht überwiegend friedlich verlaufen, berichtete "Focus Online" zufolge die Hamburger Polizei. Es habe keine größeren Zwischenfälle gegeben, sagte ein Polizeisprecher am Morgen. Rund 500 Menschen hatten in der Nacht im Schanzenviertel unter dem Motto "Take Back The Night" friedlich unter anderem gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt.





Fotos (5): Zielasko