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GdP zu Verkehrsgerichtstag am Donnerstag in Goslar

GdP-Vize Plickert: Alkoholverzicht am Steuer ist gelebte Unfallprävention

Düsseldorf/Berlin.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) spricht sich für einen generellen Alkoholverzicht am Steuer aus. Wer mehr Verkehrssicherheit wolle, müsse konsequenter auf das Trinkverhalten der Autofahrer einwirken. Neben Präventionskampagnen soll nach Auffassung der GdP bereits jede Fahrt selbst unter geringem Alkoholeinfluss als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Vor dem am Donnerstag in Goslar beginnenden Deutschen Verkehrsgerichtstag sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Arnold Plickert am Mittwoch in Düsseldorf: „Die Polizei ist angesichts der desolaten Personalsituation schon längst nicht mehr in der Lage, durch regelmäßige Kontrollen motorisierte Alkoholsünder aus dem Verkehr zu ziehen“. Nur auf Einsicht zu setzen, reiche nicht aus.

Ein erster wirksamer Schritt seien daher deutlich effizientere Alkoholkontrollen durch die Anerkennung der beweissicheren Atemalkoholmessung auch bei Werten im Bereich der absoluten Fahruntauglichkeit, schlug der für Verkehrspolitik zuständige GdP-Spitzenfunktionär vor. Außerdem sei es höchste Zeit, den Richtervorbehalt für Blutentnahmen im Bereich von Verkehrsstraftaten abzuschaffen.

Vor der Expertendebatte über den Einsatz sogenannter Dashcams in Privat-Pkw zur besseren Rekonstruktion von Verkehrsunfällen auf dem insgesamt 54. Verkehrsgerichtstag äußert sich die GdP skeptisch zum Einsatz dieses technischen Mittels. Der GdP-Vize fordert vor dem Hintergrund möglicher Verstöße gegen den Datenschutz klare rechtliche Regelungen.

Plickert sprach sich zudem für weitergehende Maßnahmen aus. „ Heute sind viele Fahrzeuge ja rollende Computer. Da könnte man sehr viel aus verbauten Speichergeräten auslesen. Was wir wirklich brauchen, ist die gesetzliche Einführung eines Unfalldatenspeichers.“

Foto: © Tim Reckmann - pixelio.de