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Pressekonferenz von Greenpeace zu Strahlenwerten

GdP Niedersachsen: Absage des geplanten Castortransports?

Hannover.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Niedersachsen unterstützt die Forderung der Umweltschutzorganisation Greenpeace nach einer Absage des wahrscheinlich bevorstehenden Castortransports 2011, wenn sich die Zweifel an den bisherigen Strahlenmessungen bestätigen.

„Die Analyse der Messdaten und Prognosen von Greenpeace lassen befürchten, dass es zu erhöhten Strahlenwerten am atomaren Zwischenlager Gorleben kommen kann. Im Interesse der Bevölkerung und aller eingesetzten Polizeikräfte darf der offenbar geplante Transport im November nun keinesfalls stattfinden, falls dies zutrifft“, fordert GdP-Landesvorsitzender Dietmar Schilff.

Die Umweltschutzorganisation hatte am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz in Hannover dargelegt, welche Fehler nach Ansicht ihrer Experten die Berechnung der Strahlenmessungen enthalte. Nach Angaben von Greenpeace kann der festgelegte Jahresgrenzwert bereits Anfang November in Gorleben erreicht werden. Mit zusätzlichem Atommüll würden die Grenzwerte sehr wahrscheinlich überschritten, führten die Umweltschützer aus.

„Die GdP fordert schon lange von der Landesregierung, Organisationen wie Greenpeace weit im Vorfeld bei derart wichtiger Entscheidungen einzubinden. Unabhängige Fachleute müssen rechtzeitig angehört werden, damit mögliche Gesundheitsgefahren sicher ausgeschlossen werden können“, sagt Dietmar Schilff.

Zugleich erinnert der GdP-Landesvorsitzende an die Rede von Uwe Schünemann am 14. September im Niedersächsischen Landtag. Dort hatte der Innenminister die Haltung der Landesregierung im Falle erhöhter Strahlung dargestellt und gesagt, „wenn Werte nicht eingehalten werden können, dann wird der Transport natürlich so nicht stattfinden können“.

„Wir fordern Herrn Schünemann auf, diesen Worten angesichts der neuen Entwicklungen Taten folgen zu lassen und den offenkundig für November geplanten Castortransport endlich abzusagen. Die Einsatzzeiten bei der Polizei sind angesichts anderer Verpflichtungen wie zum Beispiel Fußballspielen ohnehin schon viel zu hoch. Vor allem darf es für die Kolleginnen und Kollegen aber keinerlei Strahlenbelastungen geben“, betont Dietmar Schilff.