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GdP Niedersachsen: Aktion „Auch Mensch“ zeigt Polizei im Spannungsfeld

Hannover.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Niedersachsen hat im Vorfeld des Castortransports zum Gewaltverzicht aufgerufen. Mit der Aktion „Auch Mensch“ wies die GdP-Jugendorganisation JUNGE GRUPPE am 16. November in der hannoverschen Innenstadt auf die zunehmende Gewalt gegen Polizeibeamte hin. Dabei bewege sich die Polizei in einem Spannungsfeld zwischen Politik und Gesellschaft, das öffentlich stärker thematisiert werden müsse.

„Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten kann keinesfalls toleriert werden“, fordert GdP-Landesvorsitzender Dietmar Schilff. „Das Demonstrationsrecht zum Beispiel ist ein hohes demokratisches Gut, das durch unsere Kolleginnen und Kollegen geschützt wird. Friedliche Proteste dürfen aber nicht von Gewalttätern genutzt werden, um die Polizei und ihre Einrichtungen anzugreifen“, stellt der GdP-Landesvorsitzende klar. Dies gelte auch beim anstehenden Transport von Castorbehältern nach Gorleben, zu dessen Absage die GdP bereits mehrfach aufgefordert hatte. Auch bei Fußballspielen, auf Großveranstaltungen und generell im Alltag verlangt die GdP einen Verzicht auf verbale und körperliche Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und -beamte.

„Leider haben Professor Christian Pfeiffer und sein Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen in einer großangelegten Studie nachgewiesen, dass es zwischen 2005 und 2009 einen deutlichen Anstieg der Gewaltübergriffe gab“, zitiert Dietmar Schilff die Befragungsergebnisse von Polizeikräften aus zehn Bundesländern. „Hierbei sind wir besonders entsetzt über die Zunahme um 60 Prozent bei Vorfällen, die eine Dienstunfähigkeit der Betroffenen von mindestens sieben Tagen zur Folge hatte“, führt der GdP-Landesvorsitzende aus.

Die JUNGE GRUPPE der GdP führt ihre Aktion „Auch Mensch“ derzeit in mehreren Bundesländern - darunter auch Niedersachsen - durch. Begleitet wird die Kampagne von zwei Plakatmotiven, um speziell auf die Situation junger Polizistinnen und Polizisten hinzuweisen.