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GdP S-H: Mehr Gewalt und mehr verletzte Polizeibeamte bei Castor-Einsatz

Kiel.

Die rund 400 schleswig-holsteinischen Einsatzkräfte der Landespolizei sind inzwischen in ihre Heimatdienststellen zurückgekehrt. Der Castor-Einsatz 2011 hat sich deutlich von den bisherigen Einsätzen der Vorjahre unterschieden. Die Gewalt hat spürbar zugenommen. Allein bei der Einsatzhundertschaft in Eutin wurden 23 Polizeibeamte verletzt. Ursache waren Steinwürfe, eingesetzte Zwillen aber auch andere Wurfgeschosse wie Flaschen und ähnliches. Oliver Malchow, GdP-Landesvorsitzender: "Die Gewaltsteigerung ist Besorgnis erregend. Diese Straftäter dürfen sich nicht auf den Schutz des Versammlungsrechts berufen noch sich dahinter verstecken.“

Die Beamtinnen und Beamten, auch die schleswig-holsteinischen Einsatzkräfte haben am Rande der körperlichen Erschöpfung gestanden. Allein das Wegtragen von Sitzblockierern brachte die Polizeikräfte in eine nahezu unmenschliche physische und psychische Belastung. Wenn dazu noch Pyrotechnik, Steine, Zwillen und oder mit Schrauben versetze Golfbälle als lebensgefährliche Wurfgeschosse auf die Beamten niedergehen, kann nicht, wie von der Umweltinitiative Lüchow-Dannenberg behauptet, von einem hohen Aggressionspotential der Polizei gesprochen werden. „Das ist schlichtweg Unsinn und verdreht die Tatsachen“, so Malchow.

Der GdP-Landesvorsitzende weiter: "Auch Polizeibeamte haben ein Recht auf körperliche Unversehrtheit. Die Polizei hat das grundgesetzlich verbriefte Demonstrationsrecht zu schützen und zu wahren. Es ist aber nicht hinzunehmen, dass die Beamten immer öfter Zielscheibe brutaler Attacken werden.“ Die Polizei habe sich nicht für oder gegen das Atomlager in Gorleben entschieden. Malchow: „Seit 1979 werden Demonstrationen rund um Gorleben polizeilich geschützt. Es ist beschämend, dass die Politik bis heute nicht in der Lage war, diesen Konflikt beizulegen. Die Polizei kann nicht der "Ausputzer" politischer Entscheidungsschwächen sein.

Die GdP wünscht den in Gorleben verletzten Beamten baldige Genesung.